Nr. 1 / 2013

Stadtbibliothek aktuell

Sehr geehrte Damen und Herren, 
große Pläne haben wir für dieses Jahr. So wollen wir zum Beispiel die Ausleihverbuchung automatisieren und ab Herbst E-Medien anbieten, die Sie über unseren elektronischen Katalog bequem von zu Hause aus ausleihen können. Wie das geht, zeigen wir Ihnen, wenn die technischen Vorarbeiten abgeschlossen sind.
Bis dahin möchten wir mit Ihnen in diesem Newsletter einen kurzen Blick zurück auf das vergangene Jahr werfen, Sie über Neues informieren, Ihnen einen sehenswerten Film empfehlen, eine Auswahlliste mit Titeln über "Kriegskinder" anbieten und Sie auf unser Veranstaltungsprogramm hinweisen.
Ganz gleich, ob Sie unseren Newsletter quer lesen oder von vorne bis hinten, wir hoffen, er macht Ihnen Freude und Sie finden darin etwas, was Sie interessiert.
Wir freuen uns, wenn Sie zu uns kommen - um etwas auszuleihen, in unseren Räumen bei einer Tasse Kaffee zu schmökern oder eine unserer Veranstaltungen zu besuchen.

Sie sind stets herzlich willkommen.

Und wenn Sie ein Mittel gegen kalten Ostwind kennen, bringen Sie es bitte mit.

Wir wünschen Ihnen frohe Osterfeiertage.

Martina Dannert als Leiterin der Stadtbibliothek und das gesamte Team

 

Neues aus der Bibliothek

 

Die Favoriten - 2012

Von vielen Faktoren hängt ab, welchen Platz ein Titel auf einer Liste der Ausleihrenner in der Stadtbibliothek erhält: u.a. vom Datum des Kaufs und vom Rückgabeverhalten der Leiher. Qualitative Aussagen treffen Ranglisten keine. Sie spiegeln nur die Beliebtheit einzelner Titel wider. Interessant sind sie dennoch. Bei den Printmedien erreichten 2012 genau 10.616 Titel in der Stadtbibliothek das rechnerische Ausleihmaximum von 17 jährlichen Ausleihen. Das heißt, sie waren ständig unterwegs. Einige Titel haben diese „Schallmauer“ sogar durchbrochen.
Ganz oben mit 27 Ausleihen steht der Thriller „Opferlämmer“ von Jeffrey Deaver, dicht gefolgt von Horst Eckerts Wirtschaftskrimi „Schwarzer Schwan“ und dem neuen Fall von Kommissar Berndorff, „Schlangenkopf“, von Ulrich Ritzel, mit je 26 Ausleihen.
Im Kinder- und Jugendbuchbereich liegt der fünfte Band von Gregs Tagebüchern mit 32 Ausleihen vorne. Und die Sachbuchhitliste führt der Titel „Windows 7 Dirty Tricks“ mit 25 Ausleihen an.

Ein Schnupfen saß auf der Terrasse …

Sie ist nicht zu übersehen, die Tafel im Treppenhaus. Dort werden die Besucherinnen und Besucher täglich mit einem Gedicht begrüßt. Geschrieben von Hand - mit Kreide – wie früher. Die Treppengedichte können nachdenklich, romantisch, humorvoll, sarkastisch, für Große oder für Kleine sein. Sie sind immer eine Überraschung und haben eine wachsende Fangemeinde. Vielleicht zählen auch Sie bald dazu?

Medientipps

Monsieur Lazhar
Kanada 2011 - Regie: Philippe Falardeau - Darsteller: Fellag, Sophie Nélisse, Émilien Néron, Danielle Proulx, Brigitte Poupart, Evelyne de la Chenelière, Jules Philip, Daniel Gadouas, Louis Champagne, Seddik Benslimane - FSK: ab 12 - Länge: 94 min.
 
„Monsieur Lazhar“ (Kanada 2011) von Phillippe Falardeau ist eine Tragödie aus dem Alltag einer kanadischen Grundschule. Nachdem sich eine Lehrerin ausgerechnet in ihrem Klassenzimmer erhängt hat, bewirbt sich der fast 50-jährige Algerier Bachir Lazhar (Mohamed Fellag) um die freigewordene Stelle. Er gibt zwar eine lange Berufspraxis als Lehrer in Algier an, aber nach Zeugnissen wird angesichts des akuten Personalmangels erst gar nicht gefragt. Und dann steht der neue Lehrer vor der traumatisierten Klasse der toten Lehrerin.
Die Schule als von genau festgelegten Regeln beherrschte Institution wendet sich indes von der Trauerarbeit ab und stellt dafür eine amtliche Psychologin ein, um alles, was in den 10- bis 11-jährigen Kindern vorgeht gemäß den Richtlinien, korrekt abzuarbeiten. Die Lehrer sollen über den Vorfall schweigen. Das Klassenzimmer, in dem die beliebte Kollegin den Freitod gesucht hat, wird neu gestrichen.
Phillippe Falardeaus „Monsieur Lazhar“ ist kein Film über starre Institutionen, sondern er erzählt von Menschen. Ganz ohne aufdringliche Botschaft beobachtet er fast dokumentarisch die Prozesse, die die Trauerarbeit verlangt. Und dann ist es ausgerechnet der ‚Neue’, der mit seinen altmodischen Methoden Zugang zu den Kindern findet.
Der Algerier mit dem merkwürdigen Akzent ist ein höflicher, distinguierter Mann, der die Tische neu ausrichtet, zum alten Frontalunterricht zurückkehrt und zum Entsetzen der Kinder aus einem Roman von Honoré de Balzac vorliest. Balzac: zu schwierig? Am Ende wird es Monsieur Lazhar sein, der mit seinen literarischen Einlagen, Fabeln und Bildern den Kindern hilft, über den Tod ihrer Klassenlehrerin hinwegzukommen. Doch er muss die Schule verlassen, denn man findet heraus, dass er kein Lehrer ist, sondern in Algier ein Restaurant betrieben hat. Er ist nicht qualifiziert für den Beruf.
„Monsieur Lazhar“ basiert auf dem Theaterstück „Bashir Lazhar“ von Évelyne de la Chenelière. Phillippe Falardeaus Film wurde 2011 beim Toronto International Film Festival 2011 als bester Kanadischer Film ausgezeichnet und erhielt eine Oscar-Nominierung als bester fremdsprachiger Film. Beeindruckend sind die darstellerischen Leistungen von Mohamed Fellag, der als Theaterdirektor in den 1990er Jahren zur Zielscheibe islamistischer Gewalt wurde und genauso emigrieren musste wie die fiktive Figur des Lehrers. Auch die Kinderdarsteller spielen auf hohem Niveau. Ein intelligenter, emotional sorgfältiger und glaubwürdiger Film, der in der Stadtbibliothek ausgeliehen werden kann.
Standort: Spi 14 Mon

 

„Wo geht’s denn hier nach Königsberg“?

Die Schreckenserlebnisse des Zeiten Weltkrieges und die direkte Nachkriegszeit prägten die Kindheit zahlreicher Menschen. Äußerlich meist unverletzt, erlebten sie tiefgreifende familiäre Veränderungen und eigene Entwicklungsschwierigkeiten. Auch heute noch finden sich in vielen Familien Spuren dieser Ereignisse, bis in die zweite und dritte Generation hinein. Frühe Verlusterfahrungen und Verletzungen führten zu ernstzunehmenden Folgen für die Lebenssituation der heute 50- bis 65-Jährigen.

Die folgende Medienliste gibt einen Überblick über die Thematik.
Die Titel befinden sich im Bestand der Stadtbibliothek. Entliehene Titel können reserviert werden. Für Rückfragen steht die Stadtbibliothek unter der Telefonnummer
0541 / 323 20 07 zur Verfügung.

Janus, Ludwig (Hrsg.)
Geboren im Krieg: Kindheitserfahrungen im 2. Weltkrieg und ihre Auswirkungen.
Gießen, 2006. - 3-89806-567-7
Standort: Mbl 05 Geb

Bode, Sabine
Die vergessene Generation: die Kriegskinder brechen ihr Schweigen.
München, 2008. - 978-492-24403-9
Standort: Eko 03 Bod

Ennulat, Gertrud
Kriegskinder: wie die Wunden der Vergangenheit heilen.
Stuttgart, 2008. - 978-3-608-94482-2
Standort: Mbl 05 Enn

Schmidbauer, Wolfgang
Er hat nie darüber geredet: das Trauma des Krieges und die Folgen für die Familie.
Stuttgart, 2008. - 978-3-7831-3149-9
Standort: Mbl 05 Sch

Ustorf, Anne-Ev
Wir Kinder der Kriegskinder: die Genration im Schatten des Zweiten Weltkrieges.
Freiburg, 2008. - 978-3-451-29814-1
Standort: Mbl 05 Ust

Bode, Sabine
Kriegsenkel: die Erben der vergessenen Generation.
Stuttgart, 2009. - 978-3-608-944550-8
Standort: Mbl 05 Bod

Baer, Udo
Wo geht’s denn hier nach Königsberg?: wie Kriegstraumata im Alter nachwirken und was dagegen hilft. - Neukirchen-Vluyn, 2010. - 978-3-934933-34-7
Standort: Mbl 05 Bae

Radebold, Hartmut
Abwesende Väter und Kriegskindheit: alte Verletzungen bewältigen.
Stuttgart, 2010. - 978-3-608-94633-8
Standort: Mbl 05 Rad

Alberti, Bettina
Seelische Trümmer: geboren in der 50er- und 60er-Jahren.
München : 2010. - 978-3-466-3086638
Standort: Mbl 05 Alb

Bode, Sabine
Nachkriegskinder: die 1950er Jahrgänge und ihre Soldatenväter.
Stuttgart, 2011. - 978-3-608-94678-9
Standort: Mbl 05 Bod

Baring, Gabriele
Die geheimen Ängste der Deutschen. - Berlin: 2011. - 978-3-942166-46-1
Standort: Mbl 05 Bar

Müller-Münch, Ingrid
Die geprügelte Generation: Kochlöffel, Rohrstock und die Folgen. - Stuttgart, 2012.
978-3-608-94680-2
Standort: Mbl 05 Mül

Stambolis, Barbara
Töchter ohne Väter: Frauen der Kriegsgeneration und ihre lebenslange Sehnsucht.
Stuttgart, 2012. - 978-3-608-94724-3
Standort: Mbl 05 Sta

Radebold, Hartmut (Hrsg.)
Kindheiten im II. Weltkrieg und ihre Folgen. - 3. Auflage. - Gießen, 2012.
978-3-8379-244-8
Standort: Mbl 05 Kin

Internet:
https://katalog.stadtbibliothek.osnabrueck.de

Veranstaltungen

Mittwoch, 3. April, 16.30 Uhr
Stadtbibliothek Osnabrück, Markt 1

Mehr wissen über Medizin

Im Rahmen der monatlichen Führungen stellt Manfred Müller, Diplom-Bibliothekar und Fachlektor, die Medizinabteilung vor, in der sowohl schul- als auch komplementärmedizinische Titel zu finden sind.
Er zeigt insbesondere medizinische Ratgeber und präsentiert Titel über das sinnliche Fasten, über therapeutische Maßnahmen bei Rückenschmerzen, über die vorbeugende Behandlung mit bioidentischen Hormonen bei Wechseljahrsbeschwerden, über entzündungshemmende Ernährungstipps bei Rheuma und über das alte Heilwissen des Räucherns.
Herzlich eingeladen sind alle, die sich beruflich oder privat für medizinische Fragen interessieren oder einfach nur das Sortiment in dieser Bibliotheksabteilung kennen lernen möchten.
Die Führung ist kostenlos und dauert ca. eine Stunde. Für Fragen und weitere Informationen steht Manfred Müller unter Telefon 0541 / 323-3493 gern zur Verfügung.

 

Samstag, 20. April, 10 bis 15 Uhr
Stadtbibliothek Osnabrück, Markt 1, Foyer im Eingangsbereich

Bücherbasar im Frühling

Auf dem Bücherbasar werden dieses Mal neben vielen Romanen für Erwachsene vor allem Kinder- und Jugendbücher angeboten. Daneben gibt es Zeitschriften und Comics sowie Sach- und Fachbuchtitel. Insbesondere Reiseliteratur, Kochbücher und Titel aus dem Bereich Kunst stehen zur Auswahl. 
Taschenbücher gibt es schon ab 50 Cent, gebundene Bücher ab 1 Euro.


Donnerstag, 25. April, 18.30 Uhr
Stadtbibliothek Osnabrück, Markt 1

„Verbrannte Dichter“ - Autorenportraits von Joachim Smarsly

Seine Begeisterung für Literatur und seine Wertschätzung der künstlerischen Freiheit motivierten den Künstler Joachim Smarsly, geboren 1951 und aufgewachsen in Münster, zu seiner Bilderreihe „Dichter-Portraits“.
Der gelernte Schriftsetzer mit eigener Galerie und Kunstwerkstatt in Nordfriesland erinnert mit der Portraitauswahl „Verbrannte Dichter“ 80 Jahre nach der öffentlichen  Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten daran, wie viele Schriftsteller auf diese Weise systematisch mundtot gemacht wurden.
Neben bekannten Schriftstellern wie Bert Brecht, Kurt Tucholsky oder Franz Kafka erinnert die Ausstellung bewusst auch an weniger prominente Autorinnen und Autoren.
Die Eröffnung der durch das Literaturbüro Westniedersachsen in Kooperation mit der Stadtbibliothek und dem Theater Osnabrück präsentierten Ausstellung wird durch ein literarisch-musikalisches Programm des Liedermachers Günter Gall sowie einer Lesung des Schauspielers Klaus Fischer vom Theater Osnabrück ergänzt.
Die Ausstellung kann vom 25. April bis zum 8. Juni Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 15 Uhr in der Stadtbibliothek Osnabrück, Markt 1, besucht werden.
Der Eintritt ist frei.

 

Samstag, 4. Mai, 11 Uhr bis ca. 13 Uhr
Stadtbibliothek Osnabrück, Markt 1, Zeitungslesesaal im 1. Stock

Bücherbrunch
Frisches von der Leipziger Buchmesse, garniert mit kleinen kulinarischen Köstlichkeiten

Auf vielfachen Wunsch des Publikums gibt es in der Stadtbibliothek wieder einen Bücherbrunch. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbibliothek und der Dom Buchhandlung stellen aktuelle Romane vor, die teilweise frisch von der Buchmesse in Leipzig kommen. Sie präsentieren Titel, die sie begeistert, berührt oder nachdenklich gestimmt haben, Bücher, die sie bedingungslos weiterempfehlen, Romane, denen sie viele Leserinnen und Leser wünschen.
Während der Bücherbrunches werden Heißgetränke und kleine Snacks gereicht. Die vorgestellten Bücher können im Anschluss erworben werden. Sie stehen allen Bibliothekskunden auch zum Ausleihen zur Verfügung.
Eintritt: 5 Euro, inkl. Speisen und Getränke. Verbindliche Anmeldung und Kartenvorverkauf: Stadtbibliothek am Markt, Information im 1. Stock


Vom 3. Juni bis 13. Juni
Echt cool! - 7. Osnabrücker Buch- und Lesewochen für Kinder

Während der „7. Osnabrücker Buch- und Lesewochen für Kinder“ dreht sich in diesem Jahr eine gute Woche lang alles um „echt coole“ Bücher. Das Literaturbüro Westniedersachsen lädt in Kooperation mit der Stadtbibliothek Osnabrück zum siebten Mal kleine Bücherfans von fünf bis elf Jahren zu einem bunten und spannenden Veranstaltungsprogramm „rund ums Buch“ ein. Lebendige Begegnungen mit hochkarätigen Kinderbuchautorinnen und -autoren wie Susann Opel-Götz, Rüdiger Bertram oder Juma Kliebenstein ermöglichen Lesungen für Schulklassen im Kinderbereich der Stadtbibliothek am Markt. Und natürlich sind auch regionale Autoren und Künstler wieder mit tollen Lese-Aktionen dabei.
Der Fachbereich Kinder, Jugendliche und Familien mit den Stadtteilzentren sorgt über die spannenden Lesungen in der Stadtbibliothek hinaus für ein vielfältiges Programm in den Osnabrücker Stadtteilen, wobei auch multimediale Projekte mit Film und Hörspiel dabei sind. Die Musik- und Kunstschule Osnabrück beweist als bewährter Partner der Buch- und Lesewochen auch in diesem Jahr wieder, dass Worte und Musik „echt cool“ zusammen passen.
Aktive Erlebnisse ‚rund ums Buch’ garantieren auch die „echt coolen“ Mitmachangebote – ob bei einer Kreativwerkstatt oder bei einem ganz besonderen Zoobesuch mit ganz viel Lesespaß!
Veranstalter: Literaturbüro Westniedersachsen in Kooperation mit der Stadtbibliothek Osnabrück sowie dem Fachbereich Kinder, Jugend und Familien mit den Stadtteilzentren, der Musik- und Kunstschule Osnabrück, dem Kinderleseclub mit dem Fantasiemobil e. V., Lesewelt e. V., der Dom Buchhandlung, der IGS Eversburg und dem Zoo Osnabrück
Das Programm liegt im Mai in der Stadtbibliothek aus.
Weitere Informationen: Literaturbüro Westniedersachsen, Tel. 0541 / 2 86 92 


Sonderausstellungen

im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum, Markt 6
Dienstag bis Freitag 10 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 17 Uhr
 

bis 12. Mai 2013
Otto Herrmann: Die Verdammten – Lithografien

Aus Anlass des 70. Jahrestages des Endes der Kämpfe um Stalingrad 1943 zeigt das Erich Maria Remarque-Friedenszentrum den Zyklus "Die Verdammten" des Stuttgarter Künstlers Otto Herrmann (1899–1995).
Die Lithografien entstanden in den späten 1940er Jahren, unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Zyklus "Die Verdammten" ist Otto Herrmanns persönliche Aufarbeitung der traumatischen Erlebnisse des Krieges und Ausdruck seiner vehementen Auflehnung gegen die Entwürdigung des Menschen im Kriegsgeschehen. Theodor Plieviers Roman "Stalingrad" hatte Otto Herrmann dazu Inspiriert. Die Berichte von heimkehrenden Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg und seine eigenen Erinnerungen sowohl aus dem Ersten als auch vom Anfang des Zweiten Weltkriegs flossen in seine grafische Arbeit ein. Jahrelang arbeitete Otto Herrmann unter widrigen Bedingungen an der Serie.
Der Zyklus wurde 1950 zum ersten Mal in Stuttgart in der Galerie Valentien ausgestellt und löste einen Skandal aus, weil der Künstler in seiner Serie angeblich die deutsche Wehrmacht beleidige. Dieser ersten großen Aufmerksamkeit um den Zyklus wurde jedoch durch das aufstrebende Wirtschaftswunder und vor allem die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik der Boden und dem Zyklus das Publikum entzogen. Erst im Zuge einer Politisierung der Kunst durch die "68er" und einer Aufwertung gegenständlicher Malerei durch die "Neuen Wilden" bzw. die "Neoexpressionisten" schenkte man Otto Herrmanns Werken wieder Beachtung. Heute zählen "Die Verdammten" neben den Arbeiten von Otto Dix, Käthe Kollwitz, Max Beckmann und George Grosz zu den bedeutendsten pazifistischen Arbeiten deutscher Künstler im 20. Jahrhundert.
Die Osnabrücker Präsentation zeigt in Zusammenarbeit mit der Otto & Maria Herrmann Stiftung nicht nur 50 Arbeiten aus diesem eindrucksvollen Zyklus, sondern darüber hinaus erstmals die Korrespondenz zwischen dem Schriftsteller Theodor Plievier und dem Künstler Otto Herrmann sowie Dokumente der Rezeptionsgeschichte dieser Serie.
Eintritt frei

(Bildrechte: Otto & Maria Herrmann Stiftung, Stuttgart)

ab 15. Mai 2013
Remarque und die Kunst

Erich Maria Remarque war nicht nur der Autor weltbekannter Romane wie „Im Westen nichts Neues“, „Arc de Triomphe“ oder „Die Nacht von Lissabon“, in denen er sich kompromisslos gegen Krieg und Verfolgung und für Humanität und Toleranz einsetzte. Erich Maria Remarque war ebenso ein bedeutender Kunstsammler und Kunstexperte.
Remarque sammelte Antiquitäten, Teppiche, alte Kunstgegenstände aus dem Vorderen Orient und China sowie Gemälde aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Die Liste der in seiner Gemälde-Sammlung vertretenen Künstler liest sich wie ein „Who’s Who“ des französischen Impressionismus und der klassischen Moderne: Van Gogh, Cézanne, Daumier, Degas, Renoir, Monet, Modigliani, Picasso, Toulouse-Lautrec, de Chirico, Frida Kahlo oder Diego Rivera. Nach Remarques Tod 1970 wurde die Sammlung veräußert und in alle Welt verstreut, vor allem in Privatbesitz.
In seinen Romanen setzte sich Remarque ab den 1940er Jahren intensiv mit Kunst und dem Kunsthandel auseinander. Der nachgelassene Roman „Das gelobte Land“ ist sogar ein Roman über den Umgang mit Kunst vor dem Hintergrund der Gefährdung der Zivilisation durch Nationalsozialismus und Krieg.
Die Ausstellung „Remarque und die Kunst“, die ab 15. Mai im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum zu sehen ist, wird erstmals diesen bedeutenden Aspekt im Leben und Werk Remarques thematisieren. Anhand von bislang nicht gezeigten und unbekannten Originaldokumenten werden die Geschichte und der Bestand von Remarques Kunstsammlung, sein Umgang mit der vielfältigen Sammlung sowie die Verwendung und Bedeutung von Kunst in seinem schriftstellerischen Werk aufgezeigt.
Eintritt frei

Wanderausstellung

bis 14. April 2013:
Aufklärung & Tradition – Justus Möser 1720-1794: Politiker und Publizist

Die Wanderausstellung „Aufklärung und Tradition – Justus Möser (1720-1794): Politiker und Publizist“ wird aktuell im Museum des Landkreises Osnabrück in Bersenbrück (Stiftshof 4, 49593 Bersenbrück, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr) gezeigt.
Als begleitende Veranstaltung hält dort am Donnerstag, 4. April 2013 um 19.30 Uhr, Martin Siemsen M.A. einen Vortrag zum Thema „Justus Möser – ein Klassiker der praktischen Vernunft“.
Eintritt frei

Impressum

Stadtbibliothek Osnabrück

Stadtbibliothek am Markt

Markt 1, 49074 Osnabrück
Tel.: 0541 / 323 – 20 07
Fax: 0541 / 323 – 43 55
E-Mail: info-stadtbibliothek@osnabrueck.de

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag: 10 bis 18 Uhr
Samstag: 10 bis 15 Uhr