Nr. 4 / 2014

Stadtbibliothek aktuell

Sehr geehrte Damen und Herren,

voller Stolz und Freude blicken wir zurück auf ereignisreiche zwölf Monate, die für Sie und für uns viel Neues gebracht haben. Neben der Automatisierung der Verbuchungsvorgänge, die - das hat neue Technik so an sich - für alle zunächst nervenaufreibend und arbeitsintensiv war, sind dies vor allem neue Veranstaltungsformate wie die ambitionierte Reihe "Montags um vier", die wöchentlich dazu anregt, auf vielfältige Art selbst kreativ zu werden, die "Tablet-Probierstunde" oder der "Tablet-Treff", der Neulinge und erfahrene Anwender in die Geheimnisse der Tablet-Nutzung einführt, das "Quizduell", bei dem wechselnde Teams gegeneinander antreten und ihr Allgemeinwissen testen und last but not least die neue Veranstaltungsreihe "1 2 3 Kamishibai", die die Kleinen ab 4 Jahre mit einem japanischen Bildtheater in die Welt der Geschichten entführt und verzaubert.

Auch ins nächste Jahr starten wir voller neuer Ideen.
Dabei ist unser ehrgeizigstes Projekt die neue Präsentation der Medien im 1. Stock der Zentrale am Markt. Wir werden dabei nicht nur etliche Regale bewegen, sondern auch gut 100.000 Titel.

Mit unserem Newsletter werden wir Sie über alles auch im nächsten Jahr auf dem Laufenden halten.

Genießen Sie im Kreis der Menschen, die Ihnen wichtig sind, die Weihnachtsfeiertage und kommen Sie gut und gesund ins und durchs Neue Jahr.
Wir hoffen, dass Sie sich ein paar Herzenswünsche erfüllen können und wünschen Ihnen nur das Allerbeste.

Ihre
Martina Dannert, Leiterin der Stadtbibliothek im Namen des gesamten Teams

Neues aus der Bibliothek


Die Stadtbibliothek über Weihnachten und Neujahr

An folgenden Tagen ist die Stadtbibliothek am Markt, Markt 1,
für Sie um Weihnachten und Neujahr geöffnet:
Mo 22. Dezember: 10 bis 18 Uhr
Di 23. Dezember: 10 bis 18 Uhr
Mi 24. Dezember: geschlossen
Do 25. Dezember: geschlossen
Fr 26. Dezember: geschlossen
Sa 27. Dezember: 10 bis 15 Uhr

Mo 29. Dezember: 10 bis 18 Uhr
Di 30. Dezember: 10 bis 18 Uhr
Mi 31. Dezember: geschlossen
Do 01. Januar 2015: geschlossen
Fr 02. Januar 2015: 10 bis 18 Uhr
Sa 03. Januar 2015: 10 bis 15 Uhr

Bitte beachten Sie, dass der Bücherbus vom 22. Dezember 2014 bis einschließlich
2. Januar 2015 Winterpause macht und keine Haltestellen anfährt.

WLAN in der Stadtbibliothek

Ab sofort können Sie in der Stadtbibliothek das WLAN-Netz des Anbieters Hotsplots nutzen.
Sie kaufen sich einfach ein Ticket an der Information im 1. Stock der Stadtbibliothek am Markt, Markt 1, wählen sich mit dem darauf abgedruckten Nutzercode ein und können danach mit Ihrem mobilen Endgerät im Internet surfen.
Den besten Empfang haben Sie übrigens auf den beiden roten Sofas, die in der Stadtbibliothek im Zeitungslesebereich und bei den Zeitschriften stehen.
Das 30-Minuten-Ticket kostet 1,25 Euro, das 60-Minuten-Ticket 2,50 Euro.
Guthaben, die nicht verbraucht werden, bleiben erhalten, wenn Sie sich nach dem Surfen ausloggen.

Eine kleine Rückschau

Ihre Frauen sind toll

Dieses Lob bekam Bestseller-Autor Arne Dahl am 5. November in der Stadtbibliothek am Markt vom Publikum für die starken Frauenfiguren in seinen Romanen.
Im Gespräch mit der Journalistin Margarete von Schwarzkopf verriet er, dass er sich zu Beginn seiner Karriere als Schriftsteller vorgenommen hatte, zehn Krimis zu veröffentlichen, jedes Jahr einen. Als er den zehnten Band dann abgeschlossen hatte, konnte er jedoch nicht aufhören. Er hatte die Protagonisten zu lieb gewonnen. So entstand der Titel "Der elfte Gast", in dem alle Ermittler wieder auftauchen.
Er verriet auch, dass ihn die vielen Bettler in Stockholms Straßen zu seinem Titel "Neid" inspiriert haben, der auf Schwedisch "Blindbock" heißt und damit auf das Spiel "Blinde Kuh" verweist. Ein blinder Bettler spielt darin eine ganz besondere Rolle, denn er wird Zeuge eines Mords.
Alle Titel von Arne Dahl finden Sie in der Stadtbibliothek bei den Krimis unter dem Standortkennzeichen "Lit 15", die Hörbücher unter "Lit 96".
Und natürlich haben wir seine Werke auch in unserer virtuellen Bibliothek "ebib2go".

Lieselotte lauert:
Alexander Steffensmeier am bundesweiten Vorlesetag zu Gast in der Kinder- und Jugendbibliothek
„Du malst aber richtig schön!“ – Diesen Satz hörte der Illustrator und Autor Alexander Steffensmeier am 21. November 2014 immer wieder, sobald er die Kuh Lieselotte und andere Figuren aus seinen Bilderbüchern auf dem Flipchart zeichnete. Im Rahmen des bundesweiten Vorlesetages war der Autor in der Kinder- und Jugendbibliothek zu Gast und begeisterte vier erste Schulklassen, indem er aus dem ersten und dem aktuellen Lieselotte-Abenteuer vorlas, erklärte, was ihn zu seinen Geschichten inspiriert, und wie er bei der Gestaltung eines Bilderbuchs vorgeht. Mit dem Beamer projizierte Steffensmeier sowohl die Bilder aus den Büchern als auch Fotografien seines Ateliers und eines Bauernhofes an die Wand, sodass die Erstklässler dem Erzählten mühelos folgen konnten. Eifrig und mit viel Freude kommentierten die Kinder die
Bilder und erlebten einen besonderen Vormittag in der Stadtbibliothek.
(Foto: Frischmuth/Packwitz)

Ein Fleischklopfer namens Manfred

Wenn man als einziger Junge unter elf Mädchen indische Köstlichkeiten mit unaussprechlichen Zutaten zubereiten soll, dann kann das schon mal die Fantasie beflügeln und den Geschmacksnerv auf die Probe stellen. Küchenutensilien bekommen ungewöhnliche Namen (s.o.) und die frische Joghurtsoße für die Süßkartoffeln wird so lange mit Honig und Curry „verfeinert“, bis sie ungenießbar wird. So geschehen im Julius-Sommerleseclub für 11-14-jährige, der in diesem Sommer nicht nur die Lesebegeisterung in Schwung, sondern auch wahre Kochtalente zum Vorschein brachte, als es darum ging, Buchinhalte auf ihre Praxistauglichkeit zu testen. Neben den aktuellen Büchern, die im
Julius-Club (Jugend liest und schreibt) jeden Sommer in der Kinder- und Jugendbibliothek angeboten werden, finden für die Clubteilnehmer kreative, kulinarische, sportliche, spannende und kommunikative Begleitveranstaltungen statt, die das Gelesene auf ungewöhnliche Art und Weise vertiefen und Lust auf mehr Lesestoff machen sollen. Das gelingt meistens, verbunden mit viel Spaß und Sympathie, und veranlasst seit sieben Jahren jährlich durchschnittlich 300 Kinder und Jugendliche, am Sommerleseclub teilzunehmen. Die Stadtbibliothek Osnabrück wird den Julius-Club voraussichtlich auch im kommenden Jahr anbieten und lädt schon jetzt alle interessierten Kinder und Jugendlichen der 5. bis 8. Schulklasse ein, mitzumachen. Ob es allerdings wieder zu einem indischen Kochexperiment kommen wird, können wir an dieser Stelle noch nicht versprechen …

Personal

Neu im Bibliotheksteam

Mein Name ist Marilen Borgelt, und ich mache seit August die Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, kurz FaMI, in der Stadtbibliothek Osnabrück. Zu meinen Aufgaben gehören u.a. der Dienst an der Ausleihtheke, das Bearbeiten der Bücher und das Einstellen der zurückgegebenen Medien. Theoretischen Unterricht habe ich ungefähr alle sechs Wochen in Blockform in Hannover.
Ich fühle mich in der Stadtbibliothek sehr wohl, was nicht nur durch die vielseitigen Tätigkeiten, sondern auch durch das tolle Mitarbeiter-Team begründet ist. Von Anfang an wurde ich sehr herzlich empfangen und mit eingebunden. Was mir an der Stadtbibliothek Osnabrück außerdem sehr gut gefällt, ist das abwechslungsreiche Angebot an Veranstaltungen, bei denen wir Auszubildenden teilweise auch mitwirken dürfen.
Die Ausbildung zur FaMI war für mich die richtige Wahl, da sie mir die Möglichkeit gibt, mein Interesse für Bücher und andere Medien voll auszuleben. Außerdem haben meine früheren Erfahrungen als ehrenamtliche Mitarbeiterin einer kleinen Gemeindebücherei gezeigt, dass mir die Bibliotheksarbeit sehr viel Spaß macht.
Die Ausbildung hat sich für mich also als tolle Möglichkeit herausgestellt, das Hobby zum Beruf zu machen. Dass ich die Ausbildung in Osnabrück machen darf, ist für mich als Georgsmarienhütterin natürlich auch ein riesengroßer Pluspunkt.

Medientipps


Étienne Davodeau: Die Ignoranten.
Wenn Wein und Comic sich begegnen

Der französische Comic-Künstler Étienne Davodeau ist ein Ignorant, wenn es um Wein geht. Sein Freund der Winzer Richard Leroy ist ein Ignorant, wenn es um Comics geht. Davodeau schlägt ihm also folgenden Deal vor: Richard weiht ihn in die Welt des Weins ein, wofür er seinem Freund die Welt der Comics näher bringt. Dieses Unterfangen beschreibt Davodeau in seinem Comicbuch „Die Ignoranten“.
Davodeau hilft bei der Arbeit auf Leroys Weinberg und begleitet die gesamte Entstehung des biodynamischen Weins seines Freundes. Auch die Weinberge von Kollegen werden besucht, um zu kosten und zu fachsimpeln. Die Szenen in den Weinbergen sind zeichnerisch die schönsten im ganzen Buch. Während Winzer Leroy eine einzigartige Verbindung zu seinem Weinberg hat, den er wie ein komplexes, lebendiges Wesen behandelt, entwickelt Davodeau durch seine Zeichnungen ein ganz anderes, eigenes Verhältnis dazu.
Leroy taucht derweil in die Welt der Comics ein. Er darf seinem Freund Davodeau beim Zeichnen über die Schulter schauen, begleitet ihn auf Comic Conventions, zum Verlag, in die Druckerei und zu anderen Comic-Künstlern. Natürlich bekommt er von seinem Freund auch einen Stapel Comics zu lesen, was zu einigen durchgelesenen Nächten führt.
Es ist eine wahre Freude, zwei Meistern ihres Faches bei dem Versuch zuzusehen, den jeweils anderen für seine Sache zu begeistern. Die Leidenschaft für das jeweils eigene Metier der beiden Freunde ist ansteckend und inspirierend. Dabei ergibt sich stets eine unterschwellige Komik aus den Momenten, in denen das Feuer des einen auf die Unbedarftheit des anderen trifft.
Das Buch richtet sich sowohl an Comic-Liebhaber wie auch an Comic-Neulinge sowie an Weinkenner und Wein-Ignoranten und ist – natürlich – bei einem Glas Wein zu genießen.
Bibliotheksstandort: Com

Her
USA 2013 – Länge: 126 Minuten – Regie: Spike Jonze – D.: Joaquín Phoenix (Theodore), Scarlett Johansson (Stimme Samantha im Original), Rooney Mara (Catherine), Amy Adams (Amy) – FSK: ab 12.

Theodore (Joaquín Phoenix) ist ein einfühlsamer und routinierter Dienstleister. Tagsüber schreibt er poetische Liebesbriefe für Menschen, die selbst nicht mehr Gefühle in Worte verwandeln können. Wenn Theodore abends nach Hause geht, führt er ein einsames Leben. Er sitzt vor einem ziemlich dämlichen Computerspiel und schlägt die Zeit tot.
Joaquín Phoenix spielt diese Figur als etwas schusseligen, leicht schüchternen und sympathischen Einzelgänger, hinter dessen unschlüssiger Freundlichkeit sich ein Melancholiker reinsten Wassers verbirgt. Als Theodore ein auf künstlicher Intelligenz basierendes neues Operating System kauft, ändert sich plötzlich alles. Samantha, so nennt sich das Betriebssystem, unterhält sich nicht nur mit ihm, sondern scheint eine eigene Persönlichkeit zu haben. Es kommt, was kommen muss: Theodore beginnt eine Beziehung mit seinem Smartphone.
Spike Jonze hat bislang mehr Musikvideos und Werbefilme als Spielfilme gemacht. Dafür hat er viele Preise erhalten. Seine Spielfilme (u.a. „Being John Malkovich“) waren skurril und ziemlich intellektuell, aber immer phantasievoll. Wenn Jonze ein fiktionales Projekt anfasst, kann man sich sicher sein, dass Konvention ein Fremdwort für ihn ist. Für „Her“ erhielt er 2014 zu Recht auch den Oscar für das „Beste Drehbuch“.
Anthropomorphisierung ist der Seelenleim, der in „Her“ alles zusammenhält. Der Begriff bezeichnet unser Vermögen, Dingen menschliche Eigenschaften zuzuschreiben, etwa wenn wir Gespräche mit unserem Auto führen oder ihm Launen unterstellen, die es garantiert nicht hat. Es scheint ein alter Traum des Menschen zu sein. Wer es nicht glaubt, sollte auf einem seiner Apple-Geräte mal mit Siri plaudern und dabei beobachten, ob ihm warm ums Herz wird.
Auch Theodore wird es bald warm ums Herz. So entsteht eine Beziehung zwischen einem Menschen und einer sehr empathischen künstlichen Intelligenz - eine seelenverwandte Freundschaft, in der einfühlsam über das Leben, die Liebe, den Schmerz und die Angst gesprochen wird. Und irgendwann hat man dann auch Sex. So gut es halt geht.
Mit seinem außergewöhnlichen Film grenzt sich Spike Jonze nicht nur von genreüblichen Klischees ab, in denen böse Supercomputer nach der Weltherrschaft trachten, mit „Her“ ist ihm vielmehr ein berührender Film gelungen, über den man lange nachdenkt. „Her“ berührt als Liebesfilm ohne sentimentale Klischees und wird mit leisem Humor, viel Wärme und Sympathie erzählt. Jonze zeigt aber auch die Grenzen der menschlichen Gefühle im Angesicht einer sanften Evolution der Maschinen auf - eine intelligente Kinoreflexion der Conditio Humana und die Frage nach der Natur des Menschen und der seiner Maschinen.
Bibliotheksstandort: Spi 14 Her

Für alle, die für den Bücherbrunch am 8. November keinen Platz mehr bekommen haben und alle, die gerne Romane lesen und Anregungen suchen, listen wir die vorgestellten Titel auf. Es handelt sich um Lektüreempfehlungen der Buchhändler Elisabeth und Matthias Zumbrägel aus der Dom Buchhandlung und der Leiterin der Stadtbibliothek, Martina Dannert.
Der nächste Bücherbrunch ist für das Frühjahr 2015 anvisiert. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

Daniel Glattauer: Geschenkt
Bibliotheksstandort: Lit 00 Glat
Antonia Hodgson: Das Teufelsloch
Bibliotheksstandort: Lit 15 Hodg
Anna Gavalda: Nur wer fällt, lernt fliegen
Bibliotheksstandort:Lit 04 Gava
Robert Seethaler: Ein ganzes Leben
Bibliotheksstandort:Lit 00 Seet
Bernard von Brentano: Theodor Chindler
Bibliotheksstandort: Lit 36 Bren
Ayana Mathis: Zwölf Leben
Bibliotheksstandort: Lit 00 Math
Anne von Canal: Der Grund
Bibliotheksstandort: Lit 00 Cana
Maxim Leo: Waidmannstod
Bibliotheksstandort: Lit 15 Leo
Christoph Peters: Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln
Bibliotheksstandort: Lit 00 Pete
Michael Köhlmeier: Zwei Herren am Strand
Bibliotheksstandort: Lit 10 Köhl
Angelika Felenda: Der eiserne Sommer
Bibliotheksstandort: Lit 15 Fede
Tanja Kinkel: Manduchai – die letzte Kriegerkönigin
Bibliotheksstandort: Lit 10 Kink
Mechthild Borrmann: Die andere Hälfte der Hoffnung
Bibliotheksstandort: Lit 15 Borr
Don Winslow: Missing New York
Bibliotheksstandort: Lit 15 Wins
Felicitas Mayall: Schwarze Katzen
Laura Gottbergs neunter Fall
Bibliotheksstandort: Lit 15 Maya
Jhumpa Lahiri: Das Tiefland
Bibliotheksstandort: Lit 33 Lahi
Carmine Abate: Zwischen zwei Meeren
Bibliotheksstandort: Lit 00 Abat
Henri Alain-Fournier: Der große Meaulnes
Bibliotheksstandort: Lit 00 Alai
Alfred Bodenheimer: Kains Opfer
Bibliotheksstandort: Lit 15 Bode
Kjell Westö: Das Trugbild
Bibliotheksstandort: Lit 00 West
Andréa del Fuego: Geschwister des Wasser
Bibliotheksstandort: Lit 01 Fueg

Veranstaltungen


Seit November 2014 finden Sie in der Stadtbibliothek am Markt und im Bücherbus unser Monatsprogramm, in dem alle Veranstaltungsreihen mit den aktuellen Terminen und Themen aufgeführt werden.
Der Handzettel liegt kostenlos zum Mitnehmen aus.
Den Veranstaltungskalender finden Sie natürlich auch via Internet unter:
http://www.osnabrueck.de/76270.asp .

Donnerstag, 22. Januar 15.30 Uhr
Stadtbibliothek am Markt, Markt 1


Ostfriesischer Klönsnack zwischen den Regale

„Zwischen den Regalen“ - so lautet ein neues Veranstaltungsformat der Stadtbibliothek Osnabrück. Und hier, zwischen den Regalen, passiert allerlei. Tagsüber ein geschäftiges Treiben. Schon früh morgens wird geputzt und werden Bücher, CDs, DVDs, Hörbücher, Zeitschriften und viele andere Medien von den Kolleginnen und Kollegen einsortiert und säuberlich ausgerichtet. Anschließend verweilen dort Leserinnen und Leser, um sich mit Lese-, Lern- und Hörstoff zu versorgen. Dabei unterhalten sich die Menschen. Man trifft sich hier, viele kennen sich, sind sie doch schon „alte Hasen“ und besuchen uns bereits seit vielen Jahren. Schön auch die wachsende sprachliche Vielfalt.
Und jetzt kommt eine weitere Sprache hinzu - Plattdeutsch, speziell das ostfriesische Platt. Eine schon alte, schöne Sprache. Einst unschick und vom Untergang bedroht, erfreut sich das Platt heute wieder zunehmender Beliebtheit. Und in Osnabrück ist es eine auch gar nicht so ungewöhnliche Sprache. Zahlreiche Ostfriesen haben aus privaten oder beruflichen Gründen hier in unserer schönen Stadt eine zweite Heimat gefunden. Und man versteht sich untereinander. Wer Platt spricht, unterhält sich problemlos quer durch die verschiedenen Dialekte, egal ob mit westfälischem oder dem typischen Osnabrücker Slang.
Denken wir an Ostfriesland, dieser kleinen Halbinsel im Norden von Niedersachsen, denken wir auch an die Küste, den Strand, den rauen Wind, die endlosen Wiesen, an die Kühe und - natürlich an den Tee. Der ist aus dem Leben im Norden nicht wegzudenken. Die gemütliche Stunde am Nachmittag, die kurze Zeit der Ruhe und des Austausches innerhalb der Familie und mit den Nachbarn gehört hier zum Leben. Diese alte ostfriesische Tradition erobert jetzt auch die Stadtbibliothek Osnabrück.
Wir laden ein zu einem gemütlichen Klönsnack nach ostfriesischer Manier. Natürlich mit original ostfriesischem Tee, Keks und netter Plauderei. Und zum Schluss wartet noch eine kleine Überraschung. Treffpunkt ist in der 1. Ebene der Stadtbibliothek am Markt (Erwachsenenbibliothek). Zur Planung wird um telefonische Anmeldung unter 0541/323-2007 gebeten.
Dieses Angebot wendet sich vornehmlich an „Muttersprachler“. Grundkenntnisse der plattdeutschen Sprache sollten deshalb vorhanden sein.
Eintritt: frei


Bis 18. Januar 2015
Erich Maria Remarque-Friedenszentrum, Markt 6
Di bis Fr 10 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr,
Sa und So 11 bis 17 Uhr

Ypern mon amour

Zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs präsentiert das Erich Maria Remarque-Friedenszentrum Osnabrück das Kunstprojekt »Ypern mon amour«. Die Künstlergruppe aus dem Ruhrgebiet um Harald Reusmann und Frank Wolf zeigt in ihrem ambitionierten und innovativen Projekt neue Wege der Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg auf. In großformatigen Fotomontagen und Kleinplastiken hinterfragen sie kritisch und mit den Mitteln der Satire die Bild- und Propagandasprache der "Ur-Katastrophe des 20. Jahrhunderts".
Eintritt: frei

Donnerstag, 22. Januar, 19.30 Uhr
Erich Maria Remarque-Friedenszentrum, Markt 6

Hans Calmeyer: Ein Rechtsanwalt im Unrechtsstaat
Calmeyers verwaltungsrechtlicher Rettungswiderstand 1941–1945

Dem Osnabrücker Rechtsanwalt Hans Calmeyer (1903–1972) gelang es, als Verwaltungsjurist in den besetzten Niederlanden zwischen 1941 und 1945 Tausende von Juden vor der Deportation in die Vernichtungslager der Nazis zu bewahren. Erst Jahre nach seinem Ableben wurde sein Rettungswerk durch den Osnabrücker Lehrer Peter Niebaum († 2013) wiederentdeckt. Aufgrund des Erfolges der Ausstellung "Hans Calmeyer und die Judenrettung" in den Niederlanden beauftragte der Deutsche Anwaltverein (Berlin) den Historiker Dr. Joachim Castan, eine weitere Ausstellung zu gestalten. Als Schirmherr konnte der damalige Präsident des Bundesverfassungsgericht Prof. Hans-Jürgen Papier gewonnen werden. Diese neue Ausstellung "Ein Rechtsanwalt im Unrechtsstaat – Calmeyers verwaltungsrechtlicher Rettungswiderstand 1941–1945" hatte ihre Premiere auf dem Deutschen Anwaltstag in Köln und wurde dann in Regensburg, Berlin, Oldenburg und Münster gezeigt. Bisheriger Höhepunkt war die Station im Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Erstmalig wird diese neue Calmeyer-Ausstellung von Mitte Januar bis Ende März 2015 auch in Calmeyers Heimatstadt Osnabrück im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum zu sehen sein. Für diese Ausstellung konnte Dr. Castan charakteristische Originalfälle von „Calmeyer-Juden“ aus niederländischen Archiven ausfindig machen und anschaulich darstellen. Ein spannendes Stück Zeitgeschichte, das neben Calmeyers Rettungswerk auch dessen Tragik und Dilemma zeigt.
Öffnungszeiten des Erich Maria Remarque-Friedenszentrums: Di bis Fr 10 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr, Sa und So 11 bis 17 Uhr
Eintritt: frei

Impressum

Stadtbibliothek Osnabrück

Stadtbibliothek am Markt

Markt 1, 49074 Osnabrück
Tel.: 0541 / 323 – 20 07
Fax: 0541 / 323 – 43 55
E-Mail: info-stadtbibliothek@osnabrueck.de

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag: 10 bis 18 Uhr
Samstag: 10 bis 15 Uhr