Newsletter Stadtbibliothek Osnabrück
Nr.1 / 2021
Buchtipps für Minis

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein langer Corona-Winter liegt hinter uns, und auch der Frühling bringt noch nicht die erhoffte Normalität in unseren Alltag zurück.

Trotz allem können wir uns auf die ersten warmen Tage freuen, auf Sonnenstunden im Freien, am liebsten mit einem besonderen Buch in der Hand.
Um Ihnen die Auswahl zu erleichtern, möchten wir Ihnen unsere Lieblingstitel der letzten Monate vorstellen - zum Lachen, Mitfühlen und Wundern, zu den großen Themen unserer Zeit und den kleinen Erlebnissen des Alltags.

Wir wünschen Ihnen eine schöne Osterzeit und viel Freude beim Lesen, Vorlesen und Betrachten. Bleiben Sie gesund.


Lucie Kleiner, Kulturwissenschaftlerin B.A., Kinder und Jugendbereich
Kathrin Schmidt, Dipl.-Bibliothekarin, Bildungspartnerschaft Schule und Bibliothek
Daniela Tap, Dipl.-Bibliothekarin

Erzählungen

 

Was steckt dahinter?
Kathrin Schärer
Bibliotheksstandort: Bil 42
Pappe, 26 S., € 10,00
Atlantis, 2020
ISBN: 978-3-7152-0791-9
Thema: Rätsel, Suchen, Tiere
Ab 1 J.

Der Titel dieses Pappbilderbuches ist Programm: Auf jeder Seite ist ein Tier abgebildet, hinter dessen Rücken sich ein weiteres verbirgt. Mal schaut eine Pfote hervor, mal ein Ohr oder ein Schwanz. Seite für Seite entdecken die kleinen Betrachtenden nicht nur, welche Tiere sich vor ihren Augen versteckt gehalten haben, sondern auch allerlei Gegenstände, die das jeweilige Tier hinter dem Rücken hält. Ein Ratespaß für die Kleinsten, der fast ohne Text auskommt, geschrieben und gewohnt liebevoll illustriert von Kathrin Schärer.


 
 

Später, sagt Peter
Yvonne Hergane und Christiane Pieper (Illustrationen)
Bibliotheksstandort: Bil 61
Pappe, 22 S., € 14,00
Peter Hammer, 2020
ISBN: 978-3-7795-0645-4
Thema: Entdecken, Trödeln, Langsamkeit
Ab 2 J.

Peter soll nicht trödeln, denn seine Mutter hat es eilig. Dabei gibt es doch so viel zu entdecken: Was macht der Marienkäfer auf der Treppe? Wie schmecken die Regentropfen? Wie riechen die Blumen? Und der Hund von nebenan will schließlich auch gestreichelt werden. Mit allen Sinnen und voller Neugier erlebt er die Welt um sich herum und lässt sich auch nicht von seiner Mutter davon abbringen, die mahnt: "Ich hab' keine Zeit!". Stattdessen überrascht er sie mit einer unerwarteten Antwort und bewegt sie dadurch zum Innehalten.
In Reimen verfasst und mit comicartigen, bunten Zeichnungen, widmet sich dieses Pappbilderbuch spielerisch dem Entdeckergeist und der Neugier des Protagonisten. Durch die Freude, die Peter sichtlich an seinen vielfältigen Eindrücken hat, inspiriert es zum achtsamen Erleben der Umwelt. Ein schöner Appell in der Hektik des Alltags, der nicht nur für die Kleinsten gelten muss. Trödeln ausdrücklich erlaubt!




Wer bemalt das Osterei?
Cornelia Frank und Susanne Koch (Illustrationen)
Bibliotheksstandort: Bil 57
Pappe, 14 S., € 8,99
Ravensburger, 2021
ISBN: 978-3-473-43999-7
Thema: Ostern, Mitmachbuch
Ab 2 J.

Hugo der Hase liegt krank im Bett. Aber wer soll dann die Eier bemalen, die zum Osterfest am folgenden Tag fertig sein müssen? Zum Glück hat der kleine Osterhase jede Menge tierischer Freunde, die mithelfen können. Sofort machen sich Entenküken, Igel und Mäuse an die Arbeit. Und als Hugo am nächsten Morgen gesund und munter aufsteht, warten all die bunt gestalteten Eierkunstwerke bereits darauf, von ihm versteckt zu werden.
Mit diesem Pappbilderbuch können die Kinder nicht nur die Geschichte von Hugo und seinen Freunden verfolgen, sondern vor allem selbst aktiv werden. Durch ein drehbares Rad mit verschiedenfarbigen Musterungen bestimmt der Betrachtende, welche Bemalung die Ostereier der unterschiedlichen Tiere bekommen sollen. Ein kurzweiliger Mitmachspaß, der Lust macht, selbst den Pinsel in die Hand zu nehmen.



 

Meiner!
Olivia Huth
Bibliotheksstandort: Bil 61
fest geb., 32 S., € 14,00
Südpol, 2020
ISBN: 978-3-96594-062-8
Thema: Teilen, Helfen
Ab 3 J

Der Hase hat noch nicht gefrühstückt und deshalb riesigen Hunger. Da entdeckt er einen saftigen, roten Apfel ganz oben im Apfelbaum. Doch so hoch er auch hüpft, er kann ihn nicht erreichen. Während er sich mit einem Trampolin zu helfen versucht, hat bereits das nächste Tier ein Auge auf den köstlichen Leckerbissen geworfen. Auch die Maus überlegt nun, wie sie trotz ihrer geringen Größe an den hohen Ast kommen könnte. Dafür werden allerlei Gegenstände gestapelt, bis der wackelige Turm unter ihr einstürzt. Und dann kommt auch noch der Bär, und möchte ihr den Apfel vor der Nase wegschnappen! Schnell wird klar, dass keines der Tiere es alleine schaffen wird, das leckere Obst zu pflücken. Mit vereinten Kräften geht es dann aber ganz leicht und die Beute wird bei einem Picknick freundschaftlich geteilt.
Ein in leuchtenden Farben und mit teils ungewöhnlichen Perspektiven illustriertes Bilderbuch über das Teilen und Helfen. Der Erzähltext wendet sich dabei immer wieder direkt an die Kinder und fragt sie nach Details des Geschehenen oder eigenen Ideen, wie den Tieren geholfen werden kann. Ein unterhaltsamer Titel zu einem dauerhaft relevanten Thema, der zu mehr Zusammenarbeit einlädt.



 

Nichts los im Wald
Mireille Messier und France Cormier (Illustrationen)
Bibliotheksstandort: Bil 42
fest geb., 36 S., € 16,00
Mixtvision, 2020
ISBN: 978-3-95854-159-7
Thema: Tiere, Wald, Lustiges
Ab 3 J.

Eine Familie schlägt ihr Zelt im Wald auf, um die Nacht dort zu verbringen. Doch kurz vor dem Einschlafen fragen die Kinder, was wohl die ganzen Tiere treiben, sobald es dunkel ist. Glauben sie dem Vater, schlafen die Waldbewohner friedlich und haben Besseres zu tun, als in der Nacht ihre Streiche zu spielen. Der Hirsch hängt sich doch nicht die unbeaufsichtigte Wäsche ans Geweih, die Stinktiere sind sicher viel zu müde, um sich mit Rosenparfüm einzusprühen, und ganz bestimmt werden die Biber nicht die Buntstifte anspitzen, um sich daraus eine Hütte zu bauen. Doch als die Kinder am nächsten Morgen aus dem Zelt schauen, sieht es fast so aus, als hätten die Erwachsenen sich geirrt.
Das Frage-Antwort-Spiel zwischen Vater und Kindern wird durch die Bilder lebhaft kontrastiert, auf denen die Lesenden die Tiere bei allerlei Schabernack erwischen können. Fantasievoll und charmant illustriert und mit witzigen Figuren bevölkert, wird das nächtliche Chaos zu einem tierischen Spaß für alle Kinder, die schon immer wussten, dass es nachts lange nicht so ruhig zugeht, wie ihre Eltern ihnen weißmachen möchten.



Lisa und das Nein
Anne Hassel und Eva Künzel (Illustrationen)
Bibliotheksstandort: Bil 61
fest geb., 32 S., € 19,95
Carl-Auer, 2020
ISBN: 978-3-96843-008-9
Thema: Gefühle, Trotz
Ab 3 J.

Lisa hat ein neues Wort entdeckt: Das "Nein". Und dieses "Nein", das aussieht wie ein kleines rotes Monster mit wuscheligem Fell, begleitet sie fortan überall hin. Wenn sie aufstehen oder sich anziehen soll, wenn ihr Vater zum Frühstück ruft, wenn es in den Kindergarten geht oder jemand mit ihr spielen möchte. Immer ist es zur Stelle und gemeinsam rufen sie laut ihre Antwort. Lisa hat viel Spaß mit dem "Nein", doch als sie am Ende eines langen Tages ins Bett hüpft und mit ihrer Mutter spricht, gesellt sich auf einmal ein weiteres Wuschelmonster zu ihnen: Das "Ja". Und Lisa findet es plötzlich gar nicht so schlecht, wenn beide bei ihr bleiben.
Ein Bilderbuch rund um die Entdeckung des Wortes "Nein" in der kindlichen Entwicklung, dargestellt durch das trotzige und doch liebenswerte kleine Monster. Vorwiegend in schwarz-weiß und mit roten Akzenten illustriert, erlebt der Betrachtende nicht nur Lisa und das "Nein" bei ihrer kleinen Rebellion, sondern auch die spielerische Einführung der Zustimmung durch ein blauhaariges "Ja", das schnell zum Teil ihrer kleinen Gemeinschaft wird und diese ergänzt.



Die Bestimmer
Lisen Adbåge
Bibliotheksstandort: Bil 61
fest geb., 31 S., € 13,95
Beltz & Gelberg, 2020
ISBN: 978-3-407-75811-8
Thema: Zusammenhalt, Machtmissbrauch, Wehren
Ab 4 J.


Auf dem Pausenhof gibt es zwei Gruppen: Auf der einen Seite die Bestimmer, auf der anderen Seite diejenigen, die nicht mitmachen dürfen. Immer wenn Letztere eine Beschäftigung gefunden haben, kommen die Bestimmer und kommandieren sie herum oder scheuchen sie davon. Als dann auch noch ihre Bude kaputt gemacht wird, reicht es den Kindern und sie gehen zum Bolzplatz. Hier darf jeder mitspielen und alle haben viel Spaß. Doch natürlich lassen die kleinen Tyrannen nicht lange auf sich warten. Sie verbieten den anderen, weiterzuspielen, bis ihnen auffällt, dass sie alleine keine zwei Mannschaften bilden können. Der neue Befehl lautet also, dass alle mitspielen müssen, ob sie wollen oder nicht. Die Kinder auf der Bank denken nach und einigen sich dann auf eine Antwort: "Nein". Und auf einmal sind sie selbst die Bestimmer.
Ein außergewöhnlich illustriertes Bilderbuch mit einer starken Botschaft, das sich gegen Ausgrenzung und für die Kraft des Zusammenhalts ausspricht. Neben dem Gefühl, nicht alleine zu sein, wird den kleinen Lesenden vermittelt, dass es manchmal nur wenige Worte braucht, um sich zu wehren und so die eigene Machtlosigkeit zu beenden. Ein gelungener Titel zu einem allgegenwärtigen und wichtigen Thema.




Lota und der Müll
Roser Rimbau und das Kollektiv Rosa Sardina (Illustrationen)
Bibliotheksstandort: Bil 41
fest geb., 40 S., € 16,00
Alibri, 2020
ISBN: 978-3-86569-330-3
Thema: Umwelt, Naturschutz, Müll
Ab 4 J.

Der kleine Pottwal Lota fragt sich, woher der ganze Müll kommt, der jeden Tag ins Meer gespült wird. Doch auch die Krabbe weiß keine Antwort. Und so machen sie sich gemeinsam auf die Suche nach der Ursache für die Verschmutzung ihres Zuhauses. Auf ihrer Reise schließt sich ihnen ein Kormoran an, den sie aus einem Fischernetz befreien, und Sumi, die Tochter eines Kapitäns. Mit Hilfe des Menschenmädchens und gut getarnt, begeben sich die Detektive an Land. Dort müssen sie nicht lange suchen, bis sie die fündig werden: Alles in der Menschenwelt scheint in Plastik verpackt! Kein Wunder, dass das Meer bald überquillt vor Müll. Doch da hat Lota eine Idee: Sie ruft alle Meerestiere zusammen und gemeinsam sammeln sie den Abfall aus dem Wasser und bringen ihn zurück an Land. Vielleicht lernen die Menschen ja so, dass es besser ist, gar nicht erst so viel Müll zu machen, den man dann wieder loswerden muss.
Die Geschichte um Lota, illustriert in ungewöhnlicher Collagetechnik, bringt das hochaktuelle Thema Umweltschutz bereits den kleinen Lesenden nahe. Die Verschmutzung des Lebensraumes der Tiere und ihr Zusammenhang mit dem Verhalten der Menschen wird kindgerecht dargestellt. Die Lösung der Tiere ist dabei keine langfristige: Der Müll bleibt, ob an Land oder im Wasser, wenn wir nicht alle darauf achten, dass er gar nicht erst in dieser Menge entsteht. Ein wichtiger Beitrag im Bereich Naturschutz, der ein ernstes Anliegen unterhaltsam vermittelt und gleichzeitig zum Fragen und Nachdenken anregt.



Das Kaninchen, die Dunkelheit und ein Trick

Nicola O´Byrne
Bibliotheksstandort: Bil 42
fest geb., 26 S., € 15,00
Orell Füssli, 2020
ISBN: 978-3-280-08027-6
Thema: Einschlafen
Ab 4 J.

Das Kaninchen hat überhaupt keine Lust ins Bett zu gehen. Doch da hat es plötzlich eine Idee: Wenn es nie dunkel wird, dann muss es auch nicht schlafen. Schnell packt es die Keksdose ein und läuft damit aus dem Haus. Als die Dunkelheit beginnt, ihren Schleier über den abendlichen Garten zu legen, öffnet das Kaninchen die Dose und bietet ihr einen Keks an. Kaum hat die Dunkelheit ihre Hand nach der Leckerei ausgestreckt, schlägt das Kaninchen die Dose zu und die Dunkelheit ist eingesperrt. Der Plan hat funktioniert. Aber es dauert nicht lange, bis sich die Gefangene zu Wort meldet und erzählt, wie wichtig sie für viele andere Tiere und Lebewesen ist. Doch erst als das Kaninchen bemerkt, wie seine Lieblingskarotten in der Sonne verwelken und wie müde die Fledermäuse und Eulen aussehen, lässt es sich umstimmen und öffnet der Dunkelheit den Weg zurück in die Freiheit, wo sie sich als funkelnde Sternennacht über den Himmel ausbreitet. Und plötzlich macht es dem Kaninchen gar nicht mehr viel aus, sich ins Bett zu kuscheln und einzuschlafen.
Ein liebevoll illustriertes Bilderbuch, in dessen tierischen Protagonisten sich sicher viele Kinder hineinversetzen können. Die charmante Idee, die Dunkelheit auszutricksen und so das Einschlafen hinauszuzögern, lässt die Bedeutung von Nacht und Tag in einem anderen Licht erscheinen. Am Ende des Buches gibt es eine Besonderheit zu entdecken: Eine dreidimensionale Keksdose aus Papier, die sich beim Öffnen zu einer Abbildung des Sternenhimmels entfaltet.



Der Junge und der Wal
Linde Faas
Bibliotheksstandort: Bil 62
fest geb., 38 S., € 14,00
von Hacht, 2020
ISBN: 978-3-96826-002-0
Thema: Freundschaft, Gefühle
Ab 4 J.

Sam verbringt gerne Zeit allein. Als er eines Tages in seinem kleinen Ruderboot auf dem Meer einschläft, wird er von einem Sturm weit hinausgetragen. Dort begegnet er einem Wal, der ihn aus dem Wasser rettet. Gemeinsam mit ihm spielt und staunt er, und entdeckt die Welt um sich herum ganz neu. Zum ersten Mal ist Sam nicht mehr allein, und obwohl er dieses Gefühl bisher nicht kannte, macht es ihn sehr glücklich. Doch schließlich ist es für ihn an der Zeit, das Meer zu verlassen und wieder an Land zurückzukehren. Ganz plötzlich erscheint es ihm in seiner vertrauten Welt stiller als zuvor, obwohl sich dort nichts verändert hat. Ihm wird klar, dass er es ist, der anders geworden ist. Deshalb macht er sich in einem neu gebauten Boot auf den Weg zurück aufs Meer, fort von dem Ort, der sein Zuhause war, hin zu einem Freund, der sich wie ein Zuhause anfühlt.
Die niederländische Autorin und Illustratorin hat ein Buch geschaffen, das mit wenigen Worten auskommt und trotzdem viel Gefühl transportiert. Unaufdringlich, mit berührenden, vorwiegend in Blautönen gehaltenen Illustrationen, wird der Lesende mit auf eine Reise genommen, die den Jungen Sam erst aufs Meer hinausführt und dann ganz bei sich selbst ankommen lässt. Eine schöne, zarte, liebevolle Geschichte.



Monsterpost
Emma Yarlett
Bibliotheksstandort: Bil 94
fest geb., 28 S., € 15,00
Thienemann, 2020
ISBN: 978-3-522-45936-5
Thema: Monster, Brief, Freundschaft, Lustiges
Ab 4 J.

Das pinke Monster kann sein Glück kaum fassen, als ihm ein kleiner Junge direkt in die Arme läuft. Die Beute sieht so köstlich aus, dass ihm das Wasser im Mund zusammenläuft und er seinen Fang auf den Namen "Schmaus" tauft. Doch so ein Leckerbissen ist viel zu schade, um ihn ganz alleine zu verspeisen. Deshalb schreibt Monster an seine Freunde und lädt sie zu einem Festessen ein. Aber zuvor muss der dünne Schmaus noch ordentlich gemästet und präpariert werden, damit er auch alle Anforderungen der geladenen Gäste erfüllt. Der Junge lässt sich unterdessen alles Mögliche einfallen, um zu verhindern, dass er im Kochtopf endet. Und mit den gemeinsamen Unternehmungen wächst der kleine Mensch dem großen Monster immer mehr ans Herz, bis es ihn eigentlich gar nicht mehr fressen möchte. Aber zum Glück haben die beiden neuen Freunde eine Idee, mit der kein kulinarischer Wunsch offenbleibt und Schmaus an der Monstersause teilnehmen kann - und zwar nicht als Hauptgericht.
Die Geschichte um das neonfarbene Monster und den Jungen greift eine Idee auf, die immer wieder in Bilderbüchern behandelt wird, gibt ihr aber durch witzige Illustrationen und pfiffige Einfälle ihren eigenen Charme. Besonderes Highlight sind die aufklappbaren Antwortbriefe der Eingeladenen, alle in einem anderen monstermäßigen Schreibstil gehalten und mit den eigenwilligen Essgewohnheiten und Vorlieben der Gäste gespickt. Ein Spaß für Monsterfreunde und solche, die es werden wollen.


 

Füchslein in der Kiste
Antje Damm
Bibliotheksstandort: Bil 65
fest geb., 32 S., € 12,95
Moritz, 2020
ISBN: 978-3-89565-399-5
Thema: Tod
Ab 5 J.

Erschöpft erreicht der Fuchs die Lichtung, zu der er sich aufgemacht hat. Dort legt er sich schlafen. Die Kaninchen aus der Nachbarschaft kommen neugierig herbei und wundern sich über seine unerwartete Anwesenheit und die seltsame Kiste, die er mitgebracht hat. Ihre anfängliche Angst verfliegt jedoch, als der Fuchs versichert, dass er aufgrund seines hohen Alters kaum noch Zähne hat und deshalb nur Tomatensuppe frisst. Schon bald merken die Kaninchen, dass von dem Fremden keine Gefahr ausgeht und lauschen den Geschichten aus seinem langen Leben. An einem Abend im Herbst, nachdem die Dosen mit der Tomatensuppe lange aufgebraucht sind, verabschiedet sich der Fuchs. Auch wenn die Kaninchen noch so betteln, er weiß, dass es für ihn an der Zeit ist zu gehen. Er legt sich in seine Kiste und stirbt. Die Kaninchen begraben ihn liebevoll und denken noch lange Zeit an den alten Fuchs und seine Geschichten.
Wie bereits in anderen ihrer Werke, nutzt die Autorin zur Illustration ihren ganz eigenen Stil, bei dem aus Farbe, Pappen und Zeichnungen dreidimensionale Kulissen entstehen, vor denen die ausgeschnittenen Figuren die Geschichte erleben. Fotografiert bilden diese mit Liebe zum Detail gestalteten Szenerien eine außergewöhnlich plastische Bebilderung des Textes. So erzählt das Buch eine tröstliche Geschichte vom Ende eines Lebens, vom Erinnern und von denen, die zurückbleiben.

 
 

Projekt Barnabus
Terry, Eric und Devin Fan
Bibliotheksstandort: Bil 94
fest geb., 74 S., € 16,00
Jacoby & Stuart, 2020
ISBN: 978-3-96428-069-5
Thema: Individualität, Zusammenhalt, Außenseiter
Ab 5 J.


In einem versteckten Labor unter einem Spielzeugladen wird mit der Herstellung perfekter Spielzeuge experimentiert. Dort lebt auch Barnabus, ein Plüschtier halb Maus, halb Elefant. Doch er muss sein Dasein unter einer Glasglocke im Raum für Ausschussexemplare verbringen, wo diejenigen landen, die fehlerhaft sind. Von der Welt außerhalb des Labors erfahren er und die anderen verunglückten Spielzeuge nur von einer Kakerlake, die sie manchmal besuchen kommt. Mit ihren Geschichten wächst Barnabus Wunsch, das Labor zu verlassen und einmal in seinem Leben die Sterne zu sehen. Als er dann auch noch Wind davon bekommt, dass die Menschen in grünen Gummianzügen ihn und seine Freunde recyceln wollen, ist sein Entschluss gefasst: Sie müssen ausbrechen! Und schon beginnt eine turbulente Flucht durch die unterirdischen Gänge des Labors und hinauf in die Oberwelt.
Spannend, fantastisch und mit viel Liebe illustriert, zeigt dieses Bilderbuch einen bunt zusammengewürfelten Haufen von Außenseitern, der sich in einer von Oberflächlichkeit geprägten Welt behauptet und seine Freiheit zurückerobert. Die Figuren werden dabei gerade durch ihre Mängel einzigartig und unterscheiden sich so von ihren makellosen Vorbildern in den Regalen des Spielzeugladens. Eine schöne Geschichte über Individualität und Zusammenhalt, die älteren Bilderbuchkindern ein hoffnungsvolles Gegenbild zum allzu gegenwärtigen Perfektionswahn bietet.

 

Sachbücher

 

Silberfunken. Plötzlich ist alles anders
Juliana Campos und Daniela Costa (Illustrationen)
Bibliotheksstandort: Gesundheit grün
fest geb., 28 S., € 14,00
aracari, 2020
ISBN: 978-3-907114-15-5
Thema: Gesundheit, Hirnverletzung
Ab 5 J.


Nach einer Hirnverletzung kommt Maras Vater aus dem Krankenhaus zurück nach Hause. Aber er ist nicht mehr derselbe Papa wie zuvor. Er kann den rechten Arm kaum noch bewegen und ist sehr müde und vergesslich geworden. Mara schämt sich vor ihren Freunden, dass er seltsam spricht und so anders ist als früher. Und dann ist da noch diese Wut in ihr, über die Eltern, die Krankheit und all die schönen Dinge, die sie vorher gemeinsam gemacht haben und die ihr Vater jetzt nicht mehr kann. Auf einer Bank am Teich, an dem sie gerne sitzt, trifft sie Sergio, einen ehemaligen Nachbarn. Er erzählt von seiner Tochter, die ebenfalls eine Hirnverletzung erlitten hat, und von der Trauer und Hilflosigkeit. Zum ersten Mal fühlt sich Mara verstanden und kann ihre Sorgen ausdrücken. In diesen Gesprächen, die bald zum gemeinsamen Ritual werden, kann Mara von ihren Gefühlen erzählen, ohne die Menschen um sich herum zu verletzen. Dadurch lernt sie auch die kleinen Glücksmomente zu genießen, die sie mit ihrem Vater erlebt.
Ein einfühlsames Sachbilderbuch zu einem sensiblen Thema, das eher selten kindgerecht aufbereitet wird. Zart und zugleich ausdrucksstark illustriert, handelt Maras Geschichte vom Leben der Angehörigen von Menschen mit Hirnverletzungen und kann helfen, sich mit Scham, Trauer und Hilflosigkeit auseinanderzusetzen, ohne diese Gefühle zu verurteilen. Gleichzeitig spendet das Ende Trost und Hoffnung, vermeidet dabei aber Romantisierungen. Ein bemerkenswertes Buch.

 

Tipp

 

Winkst du mir mal?
Eoin McLaughlin und Polly Dunbar (Illustrationen)
Bibliotheksstandort: Bil 62
fest geb., 32 S., € 10,00
Insel, 2020
ISBN: 978-3-458-17898-9
Thema: Freundschaft, Distanz
Ab 3 J.


Igel und Schildköte sind allerbeste Freunde und wünschen sich nichts mehr, als den anderen zu umarmen. Doch leider ist das im Augenblick nicht erlaubt. Die Eule rät ihnen, sich ihre Zuneigung auf andere Art und Weise zu zeigen. Schon bald fallen den Freunden allerhand Dinge ein, um dem Gegenüber doch noch zu zeigen, wie lieb sie es haben. Es wird gewinkt und gelächelt, es werden Briefe und Luftküsse auf den Weg geschickt, und es entsteht ein Gefühl der Geborgenheit, das auch aus der Ferne wirkt.
In hinreißenden, schlichten Illustrationen und mit wenigen Worten zeigt das kleinformatige Bilderbuch die verschiedensten Möglichkeiten, trotz körperlicher Distanz seine Liebe füreinander auszudrücken. Eine Ideensammlung für das Leben in einer Pandemie, ohne dass diese direkt erwähnt wird. Stattdessen erleben die Betrachtenden ein Buch, das selbst einer kleinen Umarmung gleicht, die ein wenig über die Zeit hinweg hilft, in der körperliche Nähe nicht länger so selbstverständlich ist wie sie es einmal war.

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