Newsletter Stadtbibliothek Osnabrück
Nr.3 / 2015
Buchtipps für Teenies

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit unseren Titeln, die wir für diese Ausgabe der Buchtipps für Teenies ausgewählt haben, nehmen wir Sie mit auf eine Reise ins Frankreich des 19. Jahrhunderts zu den Erfindern und Flugpionieren, in die Welt eines poetischen Eichhörnchens mit Superkräften, zu einer Seelenwanderung, bei der ein kluges Mädchen, ein Meerschweinchen und ein toter Kriminalkommissar eine Rolle spielen und in die Lebenswelten Jugendlicher, die mit dem alltäglichen Wahnsinn und besonderen Familienverhältnissen zu kämpfen haben oder das große Glück und die erste Liebe finden. Das Leben ist eine Achterbahn. Es hält sowohl für die Protagonisten der Geschichten sowie für Sie als Leserinnen und Leser Überraschungen bereit. Lassen Sie sich mitreißen und lösen Sie Ihr Ticket für Ausflüge in die vielseitige Jugendliteratur.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch in der Stadtbibliothek und wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen in diesem wunderbaren Spätsommer.

Martina Dannert, Leiterin der Stadtbibliothek und
Kathrin Schmidt, Dipl. Bibliothekarin, Bildungspartnerschaft Schule und Bibliothek

Erzählungen

 


Flora & Ulysses

Kate DiCamillo
Bibliotheksstandort: Erz 62 DiCa blau
Dtv junior, 2014
240 S., fest geb., € 14,95
ISBN: 978-3-4237-6103-1
Thema: Held, Freundschaft, Comic, Trennung
Ab 9/10 J.

Ein Eichhörnchen gerät in einen Staubsauger, wird von einem comicbegeisterten Mädchen befreit, entdeckt übertierische und sogar poetische Superheldenkräfte und steht seiner Retterin in einer verfahrenen Familiensituation bei. In Zusammenarbeit mit dem Illustrator Keith G. Campbell hat die vielfach ausgezeichnete Kinderbuchautorin Kate DiCamillo aus dieser Handlung ein wunderbares Buch gemacht. Flora liebt Comics. Was sie nicht mag, sind Liebesgeschichten und Romantik. Floras Mutter schreibt Liebesromane, die Flora viel zu kitschig findet. Überhaupt versteht sich Flora nicht so gut mit ihrer Mutter. Lieber verbringt sie Zeit mit ihrem Vater, der allerdings nach der Trennung von seiner Frau und seiner Tochter ein sehr trauriger Mensch geworden ist. Als Flora im Garten ein Eichhörnchen findet, das durch einen Staubsaugerunfall und anschließender Wiederbelebung durch Flora zu einem dichtenden Superhelden wird, überschlagen sich die Ereignisse. Während das merkwürdige Eichhörnchen für die Mutter zu viel ist, blüht der Vater in den folgenden Abenteuern auf. Wie im Superhelden-Genre üblich, sind die Figuren stark überzeichnet und am Ende der Geschichte alle Probleme gelöst. Für Leserinnen und Leser, die Comics und Superhelden und am Ende doch ein Quäntchen Romantik mögen.

  


Der Tag, an dem mein Meerschweinchen Kriminaloberkommissar wurde

Brigitte Endres
Bibliotheksstandort: Erz 24 Endr blau
Thienemann Verlag, 2015
240 S., fest geb., € 12,99
ISBN: 978-3-5221-8391-8
Thema: Krimi, Spannung, Humor
Ab 10 J.

Als Bestatter haben Valentines Eltern im wahrsten Sinne des Wortes "Leichen im Keller". Eines Tages kommt die Leiche des Kriminaloberkommissars Kasimir, der an einem Herzleiden verstorben ist, in das Haus ihrer Eltern. Vor diesem Tag hat Valentine nie an Seelenwanderung geglaubt, doch als der Geist des Kriminaloberkommissars in ihr Meerschweinchen Bully fährt, das genau in der Zeit an einem Stromschlag stirbt, in der der Oberkommissar für seine Beerdigung vorbereitet wird, sieht sich Valentine eines Besseren belehrt. Kurzerhand wird sie zur Kriminalassistentin berufen und steckt inmitten einer Mordermittlung, denn Oberkommissar Kasimir ist der festen Überzeugung, Opfer eines Mordanschlags geworden zu sein.
Die Autorin legt wenig vorhersehbare, verschachtelte und sehr gut konstruierte Spuren aus, bei denen es Spaß macht, ihnen bis hin zur Auflösung des Falles zu folgen. Die Figuren sind sympathische, verschrobene Einzelgänger, die für viel Situationskomik und Humor im Buch sorgen. Eine rundum gelungene, teilweise tiefgründige Kriminalerzählung mit Herz, der man viele Leserinnen und Leser wünscht. 

 


Sternengreifer

Antoinette Lühmann
Bibliotheksstandort: Erz 21 Lühm blau
Coppenrath, 2015
352 S., fest geb., € 14,95
ISBN: 978-3-6496-1535-4
Thema: Abenteuer, Geschichte, Technik, Freundschaft
Ab 11 J.

Benedict wächst elternlos in einem Kloster auf, wo er jede Gelegenheit zum Experimentieren mit Flugobjekten nutzt. Ein besonderes Verhältnis hat er zu der Nonne Marie, die ihn als Säugling ins Waisenhaus brachte. Dass Benedict zum Dorfschuhmacher in die Lehre gehen soll, kann jedoch auch sie nicht verhindern. Auf dem Weg dorthin gelingt ihm die Flucht, und er landet in Paris, wo sein Idol, der Luftfahrtpionier Henri Giffard, lebt. Das Glück ist auf seiner Seite, und nach etlichen Umwegen und mit Hilfe des Mädchens Milou gelangt er in das Haus des Erfinders, der an einer dampfgetriebenen Flugmaschine baut. Doch der Ingenieur hat Feinde, die sein Vorhaben mit allen Mitteln stoppen wollen. Der spannende Roman spielt in der Zeit des 19. Jahrhunderts und zeigt die Seiten des Wandels in Paris, als ganze Armenquartiere dem Bau der großen Boulevards weichen mussten. Geschichts- und technikinteressierte Jungen und Mädchen werden von dieser Abenteuergeschichte begeistert sein.

 


Erst wirst du verrückt und dann ein Schmetterling

Sjoerd Kuyper
Bibliotheksstandort: Erz 63 Kuyp rot
Gabriel Verlag, 2015
256 S., fest geb., € 14,99
ISBN: 978-3-5223-0394-1
Thema: Familie, Erwachsen werden, Erste Liebe
Ab 12 J.

Der dreizehnjährige Kos lebt mit seinen drei Schwestern und seinem Vater an der holländischen Küste. Nach dem Tod seiner Frau und Mutter der Kinder, versucht Kos´ Vater das Familienhotel alleine zu führen, doch die Arbeit wächst ihm über den Kopf. Als er Kos zu einem wichtigen Fußballspiel begleitet, erleidet er einen Herzinfarkt und muss ins Krankenhaus. Kos und seine Schwestern Libbie, Briek und Pel bemühen sich nach bestem Wissen, den Hotelbetrieb aufrecht zu erhalten, aber das geht zunächst gründlich schief. Doch Kos und seine Schwestern geben nicht auf und sind erfinderisch. Von ihren Schwierigkeiten bei der Umsetzung ihrer Pläne verraten sie ihrem Vater natürlich nichts. Zu allem Trubel im Hotel kommt hinzu, dass Kos heimlich in seine Mitschülerin Isabel verliebt ist, sich aber nicht traut, ihr dies zu gestehen. Nach viel Aufregung, witzigen Episoden und ungewöhnlichen Vorkommnissen wendet sich die Geschichte zum Guten und nimmt ein wundervolles Ende, das alle Beteiligten, besonders den Leser, glücklich zurücklässt. Erzählt wird die Geschichte aus Kos´ Sicht, der seine Gedanken und Erlebnisse mit einem Tonbandgerät aufzeichnet. Eine Tagebuchvariante für "echte Jungs". Im Buch finden sich gelegentlich kursiv gedruckte Einschübe, die von Isabel stammen, die das Tonband abschließend hören darf und ihre Sicht der Dinge schildert. Eine schöne Idee, die das Buch zusätzlich bereichert. Für alle, die gerne temporeiche, humorvolle, einfallsreiche und ausgesprochen ehrliche Familien- und Freundschaftsgeschichten lesen.

 


Die Akte Elysium

Sam Hepburn
Bibliotheksstandort: Erz 24 Hepb rot
Chicken House, 2014
304 S., kartoniert, € 14,99
ISBN: 978-3-5515-2062-3
Thema: Krimi, Rätselhafter Tod der Mutter, Spannung
Ab 13 J.

Joe Slatterys Mutter ist tot. Gestorben bei einem Autounfall. Doch bald schon kommen ihm Zweifel, dass es wirklich ein Unfall war, denn zu viele rätselhafte Vorkommnisse häufen sich im Zusammenhang mit ihrem Tod. Joe geht einigen Hinweisen nach, begibt sich in brenzlige Situationen, gerät in Gefahr. Es entwickelt sich eine äußerst spannende Suche nach dem möglichen Mörder seiner Mutter, in der es vor ehemaligen KGB-Spionen, der russischen Mafia, falschen Freunden und echten Helfern nur so wimmelt. Ein obdachloser Ukrainer, dem Joe in der alten, verwunschenen Villa Elysium begegnet, scheint eine Schlüsselrolle in der ganzen Geschichte zu spielen. Hinzu kommt eine schillernde Ex-Diva und ein Jahrzehnte zurückliegender Mord. Wie Mosaiksteinchen setzen sich neue Erkenntnisse zu einem Bild zusammen, das zu einer unerwarteten Auflösung des Falls führt.
Was das Buch auszeichnet, ist der Spannungsbogen, der sich bis zum Schluss durchzieht. Immer wieder gibt es neue Erkenntnisse, neue Gefahren - und Schritt für Schritt tastet sich der Leser an Joes Seite im Dickicht des Geschehens voran. Joe Slattery nimmt den Leser für sich ein; er ist ein sympathischer Junge mit Stärken und Schwächen, der sich, begleitet von seinem Hund Oz, immer neuen, schwierigen Situationen stellt und nicht aufgibt. Hochspannend inszenierter Krimi, der einen Vergleich mit Young Bond und Young Sherlock Holmes nicht zu scheuen braucht.  

 


Was die Welle nahm
Vera Kissel
Bibliotheksstandort: Erz 64 Kiss rot
Dressler, 2014
256 S., kartoniert, € 14,99
ISBN: 978-3-7915-1110-8
Thema: Trauer, Vatersuche, Identität
Ab 13 J.

Es quält den 14-jährigen Lukas, dass niemand mit ihm über seinen Vater spricht, der vor zehn Jahren die Familie verließ und im Tsunami umkam. Albträume plagen Lukas. Fragen sind tabu. Als Lukas nach Spuren sucht, findet er einen Brief an die Mutter, der ihn in Aufruhr versetzt, doch eine Erklärung andeutet. Hin- und hergerissen nimmt Lukas Kontakt mit dem Absender des Briefes auf, bei dem es sich um Kim, den homosexuellen Freund seines Vaters handelt, für den der Vater die Familie zurückließ. Lukas Mutter hat den Verlust ihres Mannes nie überwunden. Mit Kim gewinnt Lukas einen einfühlsamen Freund, der verschüttete Erinnerungen weckt, Lukas den Vater wieder näherbringt und die Erstarrung der Mutter aufzubrechen hilft. Vatersuche, Verlust, Tod, Trauer, Freundschaft über sexuelle Tabus hinweg - sind keine leichten Themen. Behutsam angesprochen, wird ein versöhnlicher Ausblick möglich. Der Roman mit eindrucksvollen Charakteren und Familienskizzen wird in einem sprachlich eingängigen Rhythmus erzählt, voll innerer, auch psychologischer Spannung und Tiefe. Für alle, die tiefsinnige und anspruchsvollere Familiengeschichten lesen.  
 


Eleanor & Park

Rainbow Rowell
Bibliotheksstandort: Erz 63 Rowe rot
Hanser Verlag, 2015
368 S., fest geb., € 16,90
ISBN: 978-3-4462-4740-6
Thema: Außenseiter, Freundschaft, Liebe, Erwachsen werden, Familie
Ab 14 J.

Der Debütroman der Autorin ist eine Kombination aus Familiendrama und zarter Liebesgeschichte, die sich langsam entwickelt und von der ersten bis zur letzten Seite berührt und unter die Haut geht. Die 15-jährige Eleanor und der gleichaltrige Park sind beide Außenseiter. Eleanor hat feuerrotes, wildes Haar, ist intelligenter und runder als die meisten anderen Mädchen und hat einen sehr eigenwilligen Kleidungsstil. Park ist immer schwarz gekleidet und meistens für sich. Er liest Comics und hört Musik von Bands, die im Jahr 1986, dem Jahr, in dem die Geschichte spielt, alles andere als Mainstream ist. Im Gegensatz zu Eleanor, die neu auf die Schule kommt und gleich an den Rand der Klassengemeinschaft gedrängt wird, ist Park akzeptiert und wird weitgehend in Ruhe gelassen. Die familiären Hintergründe der beiden sind grundverschieden: während Parks Familie finanziell sicher, intakt und liebevoll ist, herrscht bei Eleanor Armut, Gewalt und Angst. Mit ihrer Mutter, ihren vier kleinen Geschwistern und dem Stiefvater Richie, der die Familie tyrannisiert, lebt sie in einem winzigen Haus, das kaum genug Luft zum Atmen lässt. Vor diesem Hintergrund entsteht eine vorsichtige und unendlich zarte Liebesgeschichte zwischen den beiden Teenagern. Die Autorin beschreibt, wie die Zwei Tag für Tag im Bus nebeneinander sitzen, sich langsam annähern, einander vertrauen, sich Zweifeln und Ängsten stellen und einen gemeinsamen Raum schaffen, in dem sie glücklich sein können. Als Eleanors Familienleben zu eskalieren droht, trifft sie eine Entscheidung, die alles ändert. Rowell erzählt abwechselnd aus Parks und Eleanors Sicht, was der Geschichte eine besondere Intensität verleiht. Eine ruhige, tiefgründige und berührende Erzählung. Wer die Bücher von John Green (Das Schicksal ist ein mieser Verräter, Margos Spuren, Eine wie Alaska) mag, wird auch dieses Buch gerne lesen.  



17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte

Karolin Kolbe
Bibliotheksstandort: Erz 63 Kolb rot
Planet Girl, 2015
192 S., kartoniert, € 9,99
ISBN: 978-3-5225-0452-2
Thema: Erwachsen werden, Selbstfindung, Selbstbewusstsein
Ab 13 J.

Die 17-jährige Line schreibt Briefe, da sie niemanden hat, mit dem sie über ihre Probleme sprechen kann. Dass ihr "Abschiedsbrief" von dem gleichaltrigen Anton gefunden und beantwortet wird, ist ein großer Zufall. Dennoch entwickelt sich ein Briefwechsel, bei dem es beiden immer leichter fällt, über Ängste und Probleme zu schreiben und dem anderen mit Ratschlägen zur Seite zu stehen.
Dabei sind Anton und Line grundverschieden. Anton scheint alles zu haben, ein liebevolles Elternhaus, Freunde, er ist ein guter Sportler, beliebt und mit dem beliebtesten Mädchen der Schule zusammen. Aber auch seine heile Welt beginnt zu bröckeln, und Lines Worte rütteln ihn aus seiner Lethargie. Sein Leben ist nicht so, wie er es die Außenwelt und sich selbst glauben lassen möchte. Anton fängt an, die Dinge zu hinterfragen und lernt, eigenständig zu denken und zu handeln.
Line hat es zu Hause nicht leicht, fühlt sich für alle verantwortlich und verkriecht sich hinter ihren Zwangsneurosen. In der Schule ausgegrenzt und verlacht, unsicher und traurig, scheint sie zu verkümmern. Doch Antons Briefe beginnen eine Seite in ihr zum Klingen zu bringen, die sie selbst noch nicht kannte. Sie lernt viel über sich selbst und beginnt, sich Hilfe zu suchen. Nach und nach legt sie ihre Ängste und Minderwertigkeitsgefühle ab und entdeckt das Leben. Der Weg für Line und Anton ist offen. Somit bleibt viel Raum für eigene Überlegungen.


Kann ich bitte löschen, was ich eben gesagt habe?

Torsten Wohlleben
Bibliotheksstandort: Erz 62 Wohl rot
Carlsen, 2014
224 S., fest geb., € 14,90
ISBN: 978-3-5515-8325-3
Thema: Erwachsen werden, erste Liebe, Jungen, Helgoland
Ab 14 J.

Neben seinen Freunden Luis und Jakob fühlt sich Henner meistens deplatziert und minderwertig. Er ist klein, hat Segelohren und ist gut in der Schule. Jakob und Luis sind sportlich, muskulös und kommen bei den Mädchen richtig gut an. Henner hingegen ist in die hübsche Valerie verliebt, die ihm jedoch keinerlei Beachtung schenkt. Als die Freunde für die Sommerferien planen, einige Wochen bei Luis' Mutter auf Helgoland zu verbringen und Valerie mit ihren Freundinnen ebenfalls für einen Kurzurlaub auf die Insel kommt, scheint Henners Chance gekommen zu sein. Doch es kommt alles anders. Nach einigen Missgeschicken, die Henner durchleben muss, lernt er Leefke kennen, die so viel sympathischer und klüger als Valerie ist und die Henner nach und nach immer wichtiger wird.
"Kann ich bitte löschen, was ich gerade gesagt habe?" ist ein Buch, das eine ruhige und dennoch sehr unterhaltsame Geschichte über einen unvergessenen Sommer erzählt. Einen unvergessenen Sommer für Henner, der merkt, dass es nicht wichtig ist, beliebt bei allen zu sein, sondern vielleicht das Glück zu haben auf die Eine zu treffen, die ihn auch mag, trotz oder gerade wegen seiner Segelohren und guten Schulnoten. Der Erzählstil ist unterhaltsam und auf die Zielgruppe zugeschnitten. Der Umgangston zwischen den Jugendlichen, die vermutlich einen ihrer ersten Urlaube ohne die Eltern verbringen, wirkt realistisch und umgangssprachlich locker.
Ein Jugendbuch vom Suchen und Finden der Liebe aus der Sicht des 16-jährigen Henner, humorvoll und mit viel Selbstironie beschrieben.
 



Echt

Christoph Scheuring
Bibliotheksstandort: Erz 54 Sche rot
Magellan, 2014
255 S., fest geb., € 14,95
ISBN: 978-3-7348-5001-1
Thema: Krimi, Liebe, Fotografie, Abschied, Obdachlose
Ab 14 J.

Albert Cramers ist 16 Jahre alt. Sein Vater ist Mathematikprofessor und mit seinen Formeln verheiratet, weshalb seine Mutter, kreativ und kunstaffin, Mann und Sohn irgendwann sitzen ließ. So wächst Albert im vornehmen Milieu von Blankenese in einer beschränkten, aber exklusiven Idylle auf, der er jedoch mit seiner Kamera entflieht, um am Bahnhof Schnappschüsse von Abschieden zu sammeln. Er sucht den perfekten Moment, den authentischen Augenblick und traut sich zu, diesen zu entdecken und mit der Kamera einzufangen. Bis er auf Kati trifft, die in seinem besten Foto nicht den perfekten Moment sieht, sondern den Anhaltspunkt für die dunkle Wahrheit über ihre verstorbene Schwester.
Kati bzw. die Liebe lockt Albert zu einer aufregenden Reise in die Unterwelt des Bahnhofmilieus, in der er die Realitäten anderer Jugendlicher kennenlernt und Nahaufnahmen von deren Alltag am Rande des Abgrunds macht.
Der Roman besticht durch die Wahrhaftigkeit seiner Figuren und Szenerien - sie scheinen echt. Ob Albert, Kati, die anderen Bahnhofskinder oder der obdachlose Philosoph Filbinger - echt in ihrer Verzweiflung, in ihrer Hoffnungslosigkeit, aber auch in ihrer (Mit-) Menschlichkeit, so brutal diese auch manchmal ist. Das Buch bewegt sich kunstvoll zwischen Obdachlosen-Report, Krimi und Liebesgeschichte und betreibt gleichzeitig Suchtprävention ohne erhobenen Zeigefinder. Eine Lektüre, die für die Menschen, die auf der anderen Seite des Lebens stehen, sensibilisiert.
 

Sachbücher

 



Hanse anschaulich

Heinz-Joachim Draeger
Bibliotheksstandort: Mittelalter grün
Boyens, 2015
96 S., fest geb., € 18,50
ISBN: 978-3-8042-1408-8
Thema: Hanse, Städtebund, Handel
Ab 10 J.

Was war die Hanse? Ein mächtiger Städtebund oder ein lockeres Netzwerk niederdeutscher Kaufleute? Womit und wie handelten die Hansekaufleute? Was kennzeichnet eine Hansestadt? Wie viele Städte gehörten zur Hanse, und wie lange gab es sie? Diese und viele weitere Fragen scheinen längst beantwortet zu sein, aber immer noch gibt es unterschiedliche Ansichten und neue Darstellungsweisen in der Fachliteratur. Dieses Buch versucht, sich der Hanse anzunähern. Es vermittelt Wissenswertes, ist unterhaltsam und informiert in kurzen, sachlichen Texten. Die Illustrationen ergänzen und zeigen anschaulich, was damals geschah. Der Autor möchte neugierig machen und das Interesse für die Hanse bei Jung und Alt wecken. Eine lohnenswerte Bilderreise durch die Geschichte.




Was sieht eigentlich der Regenwurm?

Guillaume Duprat
Bibliotheksstandort: Tiere grün
Knesebeck, 2014
36 S., fest geb., € 18,00
ISBN: 978-3- 86873-682-3
Thema: Sehvermögen der Tiere
Ab 11 J.

Können Hunde alle Farben sehen? Warum können Katzen auch bei Nacht jagen? Wie orientieren sich Fledermäuse im Dunkeln? Reagieren Kühe auf die Farbe Rot? Welche Tiere können besser sehen als wir Menschen? Viele Wissenschaftler haben Experimente durchgeführt, um zu erforschen, wie Tiere die Welt sehen. Sie haben Fotos durch die Facettenaugen von Fliegen aufgenommen, Mäuseaugen seziert, Bienenstöcke bunt angemalt, Schimpansen Fotos gezeigt, Ameisen daran gehindert, die Sonne zu sehen, und Fledermäusen die Augen verbunden. Mittlerweile haben die Forscher eine gute Vorstellung davon, wie Tiere ihre Umwelt wahrnehmen. Manche Tiere können hervorragend sehen, andere dagegen sind fast blind. Diese Unterschiede lassen sich vor allem über vier Aspekte erklären: Gesichtsfeld, Bewegungswahrnehmung, Farb- und Hell-Dunkel-Wahrnehmung und Sehschärfe. Das Sehvermögen eines jeden Tieres, das in diesem ungewöhnlichen und in vielerlei Hinsicht (an-)sehenswerten Buch vorgestellt wird, wird auf diese Kriterien hin untersucht. Auch im Biologieunterricht ergänzend und lohnenswert einsetzbar.

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