Newsletter Stadtbibliothek Osnabrück
Nr.1 / 2017
Buchtipps für Teenies

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit dieser Ausgabe der Buchtipps für Teenies tauchen Sie ein in die Gedanken- und Lebenswelten verschiedener Jugendlicher, die größtenteils selber zu Wort kommen und von Ereignissen und Situationen erzählen, die sie ermutigt, überrascht oder deprimiert haben, die sie veranlasst haben, über sich selbst hinauszuwachsen, anderen zu helfen oder eine neue Perspektive einzunehmen und ihrem Leben so eine andere Bedeutung zu geben.
Tief berührt, aufgewühlt, nachdenklich und oft auch mit einem Schmunzeln im Gesicht lassen diese Bücher ihre Leser zurück. Begeben Sie sich mit ihnen auf eine emotionale Achterbahn und mitten hinein in diesen Lesefrühling.

Mit herzlichen Grüßen

Martina Dannert, Leiterin der Stadtbibliothek
Kathrin Schmidt, Dipl.-Bibliothekarin, Bildungspartnerschaft Schule und Bibliothek
Laura Beerwerth, Bibliothekarin, B.A.
 

 

 

Erzählungen

 

Diebe, Lügner, und Helden wie wir
Matthew Baker
Bibliotheksstandort: Erz 21 Bake
Thienemann, 2016
356 S., fest geb., € 14,99
ISBN: 978-3-5221-8423-6
Thema: Geheimnis, Familie, Junge, Schatzsuche
Ab 11 J.

In seinem Buch lässt Matthew Baker drei Außenseiter aufeinandertreffen, die scheinbar nichts gemeinsam haben: Nicholas, Rechengenie und Geigenspieler, Zeke, der bellen kann wie seine Schäferhunde und der alles stiehlt, was nicht niet- und nagelfest ist, und Jordan, der sich am liebsten fiese Spitznamen ausdenkt und in der Schule geschnitten wird. Ausgerechnet diese drei haben plötzlich ein gemeinsames Ziel, als völlig unerwartet Nicholas' Großvater Rose auftaucht und von einem Familienschatz erzählt. Doch der Großvater ist dement und in seinen wenigen lichten Momenten sind ihm kaum konkretere Informationen zu entlocken als die Existenz einer Karte, eines Schlüssel, einer Truhe, eines Schmugglertunnels und eines Schiffwracks. Es gilt also die seltsamen Zeichen gemeinsam zu deutenden, denn so sehr sich die drei Jungen auch unterscheiden, leben sie doch alle in suboptimalen Familienverhältnissen und wüssten, was sie mit dem Schatz tun würden. Für Nicholas geht es dabei um nicht weniger als sein Zuhause. Matthew Baker erzählt mit Feingefühl, Tiefgang und buchstäblicher Musikalität von der Sehnsucht dazuzugehören und vom Entstehen überraschender Freundschaften.
 

 

Emma, der Faun und das vergessene Buch
Mechthild Gläser
Bibliotheksstandort: Erz 94 Gläs rot
Loewe, 2017
416 S., fest geb., € 18,95
ISBN: 978-3-7855-8512-2
Thema: Fantasy, Literatur
Ab 13 J.

Als Emma beim Aufräumen in der Bibliothek ihres Internats ein altes Notizbuch findet, denkt sie zunächst, es wäre eine Art Chronik der Schule. Aber es ist genau umgekehrt: Alles, was man in dieses Buch hineinschreibt, wird tatsächlich wahr. Emma beginnt sofort damit, den Schulalltag auf Schloss Stolzenburg ein wenig zu korrigieren. Doch nichts geschieht, wie sie es sich vorgestellt hat. Zumal auch schon vorher Chronisten das Buch genutzt haben..
Buchspringer-Autorin Gläser greift in diesem humorvollen Fantasy-Roman erneut ein literarisches Thema auf. Zum 200. Todestag von Jane Austen adaptiert sie Figuren und Motive der beliebten Autorin und greift damit die schönsten Liebesromane der Literaturgeschichte auf, nicht ohne daraus eine ganz eigene fantastische Geschichte mit vielen Überraschungen zu zaubern.
 

 

Brudergeheimnis
Emiel de Wild
Bibliotheksstandort: Erz 54 DeWi rot
Verlag Freies Geistesleben, 2016
202 S., fest geb., € 17,90
ISBN: 978-3-7725-2781-4
Thema: Familie, Verschwinden, Geheimnis, Schweigen
Ab 13 J.

Als Juri in den Ferien zu seinen Großeltern geschickt wird, findet er es äußerst seltsam, dass sein großer Bruder Stefan nicht mitkommt. Bei seinen Telefonaten mit seinen Eltern fragt er immer nach Stefan, aber angeblich ist dieser nie zu sprechen. Und auch auf seinem Handy ist Stefan nicht zu erreichen. Juri beschließt deswegen, Stefan wenigstens Briefe zu schreiben. Noch seltsamer wird es, als Juri nach längerer Zeit von seinen Eltern bei der Oma abgeholt wird. Seine Eltern bringen ihn nicht nach Hause, sondern an einen ganz anderen Ort. Juri kann nicht fassen, dass seine Eltern während seiner Oma-Ferien einfach in ein anderes Haus in einer anderen Stadt gezogen sind, ohne ihn vorher zu informieren. Unbegreiflich ist für ihn, dass Stefan wiederum nicht da ist und anscheinend auch kein Zimmer mehr in dem Haus hat. Juri fragt bei seinen Eltern nach, wo Stefan sei, aber seine Eltern geben ihm keine richtige Antwort und flüchten sich in Ausreden. Seine Eltern verhalten sich außerdem extrem merkwürdig. Das gilt insbesondere für Juris Mutter, die sich immer wieder müde in ihr Zimmer zurückzieht und regungslos auf dem Bett liegt, außerdem ziemlich dünnhäutig ist.
Als Leser bleibt man ebenso ahnungslos wie Juri, was das Verschwinden von Stefan angeht, und man fragt sich, was Eltern dazu veranlasst, ihrem jüngeren Sohn nicht zu sagen, warum der ältere Sohn nicht mehr da ist? Aber das Szenario ist in sich stimmig und irgendwann wird nicht nur Juri, sondern auch dem Leser verraten, was mit Stefan los ist. Und es ist durchaus plausibel, dass manche Eltern so reagieren dürften wie Juris Eltern. Emiel de Wilds Roman ist ein Plädoyer dafür, dass man in Familien über alles reden, dass man sich psychologische Hilfe holen sollte, wenn man mit einer so schwierigen Familiensituation konfrontiert wird und sich überfordert fühlt.


PaulaPaulTom ans Meer
Gabi Kreslehner
Bibliotheksstandort: Erz 54 Kres rot
Tyrolia, 2016
117 S., fest geb., € 14,95
ISBN: 978-3-7022-3521-5
Thema: Erwachsenwerden, Geschwister, Ablösung
Ab 14 J.

Für ihren Vater plant Paulas Mutter eine große Geburtstagsfeier, bei der auch Paul, der geistig behinderte junge erwachsene Sohn, der 200 km entfernt in einem Heim wohnt, dabei sein soll. Doch Paulas Vater kann Paul nicht abholen, weil er verabredet ist, und deswegen möchte Paulas Mutter, dass Paula sich darum kümmert.
Doch als Paula im Zug sitzt, merkt sie, dass sie eigentlich wenig Lust hat, Paul abzuholen - überhaupt hat sie eine recht ambivalente Beziehung zu Paul, weil sich in ihrer Kindheit immer alles um den behinderten Bruder gedreht hat. Viel lieber würde Paula ans Meer fahren. Im Zug trifft sie Tom, einen gut aussehenden Jungen, der ihr sofort gefällt; und Tom ist, wie sie von ihm erfährt, unterwegs ans Meer. Am liebsten würde sie mitfahren. Doch Paula muss aussteigen, um Paul abzuholen, aber auch Tom verlässt den Zug, um umzusteigen. Als Paula später mit Paul wieder zum Bahnhof kommt, ist Tom noch immer da. Und so entsteht die Idee: dass alle drei gemeinsam ans Meer fahren könnten. Paul hat es schließlich noch nie gesehen. Nachdem sie die Erlaubnis der Eltern eingeholt haben, machen sich die Drei auf den Weg zu Toms Großvater, der sie bei sich im Haus am Meer ein paar Tage wohnen lässt und mit einer Überraschung aufwartet.
Einen klassischen Erzählfluss gibt es in dem Roman nicht. Es sind manchmal nur wenige Zeilen lange, manchmal mehrere Seiten dauernde Episoden, immerhin chronologisch angeordnet, die hier erzählt werden - größtenteils aus der Sicht Paulas, ab und zu in kursiver Schrift in einer Mischung aus personalem Erzählstil und eingestreuten Gedankengängen aus der Sicht Pauls. Ein Buch für Jugendliche, die sich auf eine Liebesgeschichte mit Sprachspielereien, Metaphern, eingestreuten Gedankengängen Paulas einlassen möchten, die Mut haben, sich dem Besonderen zu stellen.


Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt
Nicola Yoon
Bibliotheksstandort: Erz 54 Yoon rot
Dressler, 2015
336 S., fest geb., € 16,99
ISBN: 978-3-7915-2540-2
Thema: Krankheit, Liebe, Lüge, Familie, Erwachsen werden
Ab 14 J.

Die 17-jährige Madeleine lebt seit dem Unfalltod ihres Bruders und ihres Vaters mit ihrer Mutter zusammen. Da sie, so ihre Mutter, an einem seltenen Immundefekt leidet, der durch diverse, nicht einzuordnende Faktoren ausgelöst werden und lebensbedrohliche Folgen haben kann, darf sie das Haus zu ihrem eigenen Schutz nicht verlassen und auch nur äußerst selten Besuch empfangen. Ausnahmen sind ihre Hauslehrer und Carla, die sich als Krankenschwester um sie kümmert. Madeleine vertraut ihrer Mutter, die als Ärztin arbeitet und zweifelt deren Diagnose nicht an. Als der gleichaltrige Olly mit seiner Familie ins Nachbarhaus einzieht, und er über "Fensterbotschaften" und E-Mails mit Madeleine Kontakt aufnimmt, ändert sich alles, denn Madeleine verliebt sich und möchte die Welt und das Leben jenseits ihres Wohnhauses kennenlernen. Und sie ist bereit, alles dafür zu riskieren. Nicola Yoon lässt die lebensbejahende Geschichte mittels Chat- und E-Mail-Verläufen, Zeichnungen und Gedanken der Protagonistin lebendig werden. Es geht um Selbstfindung und Selbstbestimmung und immer wieder um die Fragen, was das Leben ist und was es ausmacht. Nominiert für den Jugendliteraturpreis 2016 für den Preis der Jugendjury.



Vierzehn
Tamara Bach
Bibliotheksstandort: Erz 62 Bach rot
Carlsen, 2016
107 S., fest geb., € 13,99
ISBN: 978-3-5515-8359-8
Thema: Alltag, Schule, Familie, Erste Liebe
Ab 14 J.

Beh (Beatrix), kehrt nach der Überwindung des Pfeifferschen Drüsenfiebers und der sich anschließenden Sommerferien wieder in die Schule zurück. Beschrieben wird der erste Tag vom Aufstehen bis zum Schlafengehen, an dem sie ihren Mitschülern und Mitschülerinnen nach langer Zeit wieder begegnet und sich ein bisschen außen vor fühlt, haben sich in ihrer Abwesenheit doch neue Freundschaften gebildet und die Bindung zu ihren engsten Freundinnen verändert.
Darüber hinaus ist Behs Familiensituation gerade recht kompliziert, denn ihr Vater ist ausgezogen und dabei, eine neue Familie zu gründen. Dass Beh das alles ziemlich aufwühlt, wird deutlich, als sie ihren Vater -  eher zufällig als geplant - an dem Nachmittag besucht. Ganz nebenbei wird auch eine sehr zarte Liebesgeschichte erzählt, die andeutet, dass da etwas Schönes auf Beh wartet. Tamara Bach wählt für ihre Geschichte die ungewöhnliche Du-Form, in der sich der Leser direkt angesprochen fühlt. "Vierzehn" ist ein Buch der leisen Töne, das sehr einfühlsam und authentisch den Tag einer Vierzehnjährigen schildert und noch lange nachklingt.



Das Fieber
Makiia Lucier
Bibliotheksstandort: Erz 15 Luci rot
Königskinder, 2015
363 S., fest geb., € 17,99
ISBN: 978-3-5515-6012-4
Thema: Spanische Grippe, USA 1918, Rotes Kreuz, Adoleszenz
Ab 14 J.

USA 1918: Die 17-jährige Cleo lebt seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrem Bruder Jack und dessen Frau. Als die beiden ihre Hochzeitsreise antreten, bleibt Cleo allein zu Hause zurück, da die Haushälterin ihre baldige Rückkehr angekündigt hat. Als sich dann aber die Spanische Grippe immer weiter ausbreitet und auch die Familie der Haushälterin befällt, kann diese nicht zu Cleo zurückkehren. Cleo ist auf sich allein gestellt und meldet sich, nachdem alle staatlichen und privaten Schulen geschlossen werden, beim Roten Kreuz, um dort zu helfen. Gemeinsam mit anderen Freiwilligen verteilt sie Aufklärungsbroschüren und Mundschutzmasken in den Haushalten und meldet Krankheitsfälle an das Krankenhaus bzw. bringt Patienten dorthin. Sie freundet sich mit der gleichaltrigen Kate an und verliebt sich in den Medizinstudenten Edmund Parrish, der ebenfalls als Freiwilliger beim Roten Kreuz hilft. Für Cleo beginnt eine sehr aufregende und aufreibende Zeit, die sie ihre Grenzen erkennen, aber auch an jeder Herausforderung wachsen und Selbstbewusstsein gewinnen lässt. Die Erzählung ist in der Ich-Perspektive geschrieben und schildert die Ereignisse aus Cleos Sicht. Involviert in die Gefühle und das Erleben der 17-jährigen nimmt der Leser die Vorkommnisse im Krankenhaus und in den Häusern der Erkrankten, den Umgang mit Sterbenden und die anfängliche Hilflosigkeit Cleos direkt wahr und begleitet sie durch einen prägenden Abschnitt ihres Lebens. Makiia Lucier verknüpft in ihrer Erzählung geschickt historische Fakten aus der Zeit von 1918-1920, in der die Spanische Grippe in Teilen der USA wütete und Millionen Todesopfer forderte, mit der fiktiven, aber durchaus glaubhaften Geschichte Cleos, die exemplarisch für das Leben vieler freiwilliger Helfer in der Zeit stehen kann. Sehr lesenswert! Nominiert für den Jugendliteraturpreis 2016 in den Kategorien Jugendbuch und Preis der Jugendjury.

 


Annähernd Alex
Jenn Bennet
Bibliotheksstandort: Erz 63 Benn rot
Königskinder, 2016
478 S., fest geb., € 19,99
ISBN: 978-3-5515-6035-3
Thema: Liebe, Freundschaft, Umzug, Filmklassiker
Ab 14 J.

Den Online-Schwarm im wirklichen Leben kennenzulernen kann ganz schön peinlich werden. Das weiß auch die 17-jährige Bailey. Und weil sie schwierigen Situationen ohnehin lieber aus dem Weg geht, zögert sie ein Treffen mit Alex aus dem Filmforum hinaus. Sie erzählt ihm erst einmal nicht, dass sie in seinen Heimatort an der kalifornischen Küste zieht und verschweigt auch ihren turbulenten Ferienjob im Museum. Dabei könnte sie in bisschen Beistand gut gebrauchen, denn ihr großspuriger Kollege Porter ist eine ziemliche Nervensäge. Doch dann überrascht Porter sie - und Alex auch. Denn während Bailey sich im echten Leben langsam verliebt, macht sich ihr Online-Schwarm rar. Obwohl der Leser schnell ahnt, wer sich hinter Alex verbirgt, hält Jenn Bennett die Spannung. Denn die Geschichte hat noch einige Überraschungen zu bieten, die erst nach und nach enthüllt werden. Vor allem lebt der Roman aber von seinen witzigen Dialogen, einer Hauptfigur mit Identifikationspotenzial und der romantischen Liebesgeschichte. Somit ist "Annähernd Alex" bestes Lesefutter für Mädchen im Teenageralter.

 


Es.ist.nicht.fair
Sarah Benwell
Bibliotheksstandort: Erz 65 Benw rot
Hanser, 2016
340 S., fest geb., € 18,00
ISBN: 978-3-4462-5296-7
Thema: ALS, Selbstbestimmung, Freundschaft, Chatten
Ab 15 J.

Nach der Diagnose Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist für den 17-jährigen Sora nichts mehr, wie es einmal war. Die Ärzte geben dem Teenager nur noch wenige Monate, höchstens zwei Jahre. Er wird sterben. Seine Freunde besuchen Sora seit längerem nicht mehr. Die einzige Person, die in dieser schweren Zeit für ihn da ist, ist seine Mutter. Und außer ihr sind da noch Mia und Kaito. Beide hat Sora im Chat kennen. In der Anonymität des Internets findet Sora einen geschützten Raum, wo er noch der sein kann, der er gerne wäre - nämlich ein ganz normaler Junge mit einer Zukunft, einem Leben. Und endlich lernt er Leute kennen, die ihn nicht bemitleiden. Dass Sora im Rollstuhl sitzt und schon bald sterben wird, ahnen die beiden allerdings nicht. Dann besuchen Mai und Kaito ihn zu Hause. Und das verändert plötzlich alles. Die drei werden zu einer eingeschworenen Gemeinschaft. Sie unternehmen viel zu dritt und vertrauen sich ihre größten Geheimnisse und Wünsche an. Endlich weiß Sora zwei gute Freunde an seiner Seite und hat einen Plan: selbst den Zeitpunkt seines Todes bestimmen. Dafür aber braucht er die Hilfe seiner Freunde. Eine bewegende Geschichte über Krankheit und Tod, aber auch über die Kraft wahrer Freundschaft.

 


Das hier ist kein Tagebuch
Erna Sassen
Bibliotheksstandort: Erz 54 Sass rot
Verlag Freies Geistesleben, 2016
183 S., fest geb., € 17,90
ISBN: 978-3-7725-2861-3
Thema: Trauerbewältigung, Depression, Familie, Verliebtsein
Ab 15 J.

"Ab heute mache ich es mir zur Aufgabe, alle zu enttäuschen."
Immerhin kommt Bou der Forderung seines Vaters nach, Tag für Tag seine Stimmungen, Erinnerungen und Gedanken aufzuschreiben. Widerstrebend, weil so etwas doch peinlich für einen Sechszehnjährigen ist. Und was kommt zutage, wenn er sich über seine gegenwärtige depressive Verfassung hinaus an die Vergangenheit vor und nach dem Selbstmord seiner Mutter erinnert? Manchmal nichts als maßlose Wut, riesengroße Angst, Verweigerung und Isolation. Aber immer öfter auch Verständnis, Humor und ein distanzierter Blick auf sich selbst. Und schließlich ist da ja auch seine kleine Schwester Fussel, die einfach nur für ihn da ist, wenn er es braucht. Und Pauline. Ein starkes, mutiges, authentisches Buch, dessen schweres Thema Erna Sassen durch gekonnte Dramaturgie und leichtfüßigen Stil zu einem echten Leseerlebnis macht. Nominiert für den Jugendliteraturpreis 2016 in den Kategorien Jugendbuch und Preis der Jugendjury.


 

Sachbücher

 

Kinder, die die Welt verändern
Yann Arthus-Bertrand u. Anne Jankéliowitch
Bibliotheksstandort: Naturschutz grün
Gabriel, 2014
176 S, fest geb., € 16,99
ISBN: 978-3-5223-0371-2
Thema: Kinder, Klimaschutz, Projekte
Ab 10 J.

Das Buch stellt 45 junge Menschen im Alter zwischen neun und sechzehn Jahren und ihre Aktionen vor, mit denen sie in ihrem Bereich, aber auch weltweit Beiträge zum Umweltschutz leisten. Sie zeigen, wie sie sie mit kleinen Projekten eine ganze Menge bewirken, indem sie indische Dörfer mit Trinkwasser versorgen, Moorgebiete erhalten, gebrauchtes Pommes-frites-Öl sammeln und zu Biodiesel recyceln lassen, Bäume pflanzen, gegen Umweltverschmutzung handeln und vieles mehr. Zwischen den Kurzberichten beeindrucken die intensiven Aufnahmen des Autors, die den Blick für die Schönheiten der Erde öffnen, die es zu bewahren gilt. Junge Leser finden hier eine Ideensammlung dafür, wie sie selbst im Naturschutz aktiv werden können und/oder eigene Projektideen umsetzen können.

 

 

Schreib! Schreib! Schreib!
Katarina Kuick u. Ylva Karlsson
Bibliotheksstandort: Schrift grün
144 S., kartoniert, € 14,95
ISBN: 978-3-4078-2124-9
Thema: Literatur, Kreativität, Schreiben
Ab 14 J.

Witzige Schreibübungen, Begriffserklärungen, Erfahrungsberichte von jungen und älteren Autorinnen und Autoren, Tipps und Beispielen füllen dieses attraktive Buch, grafisch spannend und ansprechend gestaltet von Sara Lundberg. Schon 2009 ist diese kreative Textwerkstatt in Schweden mit dem renommierten Augustpris ausgezeichnet worden. Für die deutsche Ausgabe hat der Beltz-Verlag viel angepasst, so kommen statt uns unbekannten schwedischen SchriftstellerInnen nun verlagseigene AutorInnen wie Christoph Wortberg, Regina Dürig oder Lena Hach zu Wort und erzählen von ihren Schreiberfahrungen. Ganz nebenbei - und vor allem durchs eigene Tun und Ausprobieren - werden jugendliche Hobby-Autorinnen hier an Grundlagen der Textanalysen herangeführt und können sich intensiv mit dem eigenen Schreiben auseinandersetzen. Ylva Karlsson und Katarina Kuick begleiten sie dabei humorvoll und mit einer sehr persönlichen Note. Schön ist, dass das Schreiben eng ans Lesen gekoppelt ist: Erläuterungen zu Genres und Schreibstilen werden immer mit Hinweisen auf beispielhafte Jugendliteratur versehen. Langeweile kommt mit diesem Buch ganz bestimmt nicht auf - und wenn einen die Fülle des Sammelsuriums zu erdrücken droht, gibt es hinten ein praktisches Register, das Ordnung in die Sache bringt und Tipps wiederauffindbar macht.

Tipp

 

Julius-Club 2017

Am 9. Juni 2017 startet der Julius-Club (Jugend liest und schreibt) in der Kinder- und Jugendbibliothek, zu dem wir alle Kinder und Jugendlichen einladen, die in die 5.- 8. Klasse gehen.

Bis zum 9. August 2017 können die Teilnehmer die neuesten Bücher lesen, gleichaltrige Bücher-Fans treffen, Veranstaltungen besuchen und kleine Preise gewinnen.
Einfach in der Stadtbibliothek am Markt 1 vorbeikommen, ab Mitte April eine Anmeldung ausfüllen und dabei sein, wenn der Julius-Club am 9. Juni 2016 um 17 Uhr mit einer Auftaktparty startet und die Julius-Bücher exklusiv für die Julius-Club-Mitglieder zur Ausleihe freigegeben werden.

Weitere Informationen zum Julius-Club gibt es unter www-julius-club.de oder der Telefonnummer 0541/ 323-2481.

Der Julius-Club (Jugend liest und schreibt) ist ein Projekt der VHG-Stiftung und der Büchereizentrale Niedersachsen, das in 52 Öffentlichen Bibliotheken Niedersachsens stattfindet. Es soll neben Lesespaß auch Ausdrucksfähigkeit und Textverständnis stärken.

 

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Kinder- und Jugendbereich

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