Newsletter Literaturbüro Westniedersachsen
Nr.2 / 2017

Sehr geehrte Damen und Herren

Liebe Literaturfreundinnen und - freunde,

endlich ist der Frühling da mit all seinen leuchtenden Blütenakzenten nach dem Wintergrau. Auch die kommenden Literaturveranstaltungen bringen Farbe in die Alltagspalette, mit aktueller Lyrik, einem höchst unterhaltsamen Debütroman und einem internationalen "Blick über den Tellerrand" mit Hélène Cixous, Paris, und dem argentinischen Autor Sergio Raimondi.

Wir freuen uns auf Sie

Ihre

Beatrice le Coutre-Bick, Geschäftsführung Literaturbüro Westniedersachsen
Angelika Pues-Panagiotakis, Sekretariat

Veranstaltungsprogramm

Samstag, 29. April 2017, 19.00 Uhr
Renaissancesaal Ledenhof, Am Ledenhof 3-5


Buchvorstellung "Briefwechsel Gottfried Benn - Friedrich Wilhelm Oelze"
Die Herausgeber Prof. Dr. Harald Steinhagen und Prof. Dr. Stephan Kraft stellen die vierbändige Buchausgabe vor, die bei Klett-Cotta/Wallstein-Verlag im Jahr 2016 erschienen ist.

Danach um 20.00 Uhr

Erich Maria Remarque und Gottfried Benn
Lesung mit Charles Brauer
Korrespondierende Texte zu Krieg, Frieden, Migration und Pazifismus


Charles Brauer führt in seiner Lesung zwei Schriftsteller zusammen, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben und unterschiedlicher nicht sein könnten. Und doch gibt es im literarischen Werk und in der Weltsicht der beiden Autoren, die dem Krieg in all seinen Grausamkeiten hautnah begegneten, Verbindendes.
Charles Brauers Theaterkarriere führte ihn an die großen Bühnen des Landes. Einem Millionenpublikum bekannt geworden ist er durch seine Rolle als Hamburger Tatort-Kommissar. Mit insgesamt mehr als 80 eingelesenen Hörbüchern (u.a. John Grisham) brilliert Charles Brauer auch als ebenso vielseitiger wie sensibler Sprecher.

Die Lesung findet im Rahmen der Jahrestagung der Gottfried-Benn-Gesellschaft e.V. vom 29. April bis 1. Mai 2017 in Osnabrück statt.

Musikalisch umrahmt wird das Programm von der Pianistin Kiyomi Kudo-Helms.

Veranstalter: Gottfried-Benn-Gesellschaft e. V. und Literaturbüro Westniedersachsen

Eintritt: 18.- €, Kartenvorverkauf bei der Stadtbibliothek Osnabrück, Markt 1 unter
Tel. 0541/323-2007


Donnerstag, 4. Mai 2017, 18.00 Uhr
Friedenssaal des historischen Rathauses Osnabrück


Osnabrück

Buchvorstellung und Lesung mit Hélène Cixous


Hélène Cixous gehört zu den großen französischen Schriftstellerinnen und Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Ihre jüdische Familie stammt aus Osnabrück, die Autorin hat sich daher ihre besondere Beziehung zur deutschen Sprache und zu Deutschland bewahrt. Mit ihrem Buch "Osnabrück" (1999) hat sie der Stadt der Mutter, jenem aus Erinnerungen und Sprache gewebten Ursprungsort, ein Denkmal gesetzt.
Nun ist ihr nachdenkliches Buch endlich in deutscher Sprache erschienen. Im Gespräch mit Andrea Grewe, Universität Osnabrück, stellt Hélène Cixous es vor und liest mit ihrer Übersetzerin, Esther von der Osten, ausgewählte Passagen.

In Kooperation mit der Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung

Eintritt: frei
 

Samstag, 20. Mai 2017, 20.00 Uhr
Renaissancesaal Ledenhof, Am Ledenhof 3-5


Kitsch, Konvention und Kunst
Helmut Thiele stellt die literarische Streitschrift Karlheinz Deschners vor


Der Abend in Kooperation mit dem Literaturbüro Westniedersachsen bietet eine sehr persönliche Auseinandersetzung des Schauspielers Helmut Thiele mit dem Autor, Literaturkritiker und Philosophen Karlheinz Deschner (geb. 1923, gest. 2014). Dessen literarische Streitschrift "Kitsch, Konvention und Kunst", die beliebte dichterische Werke heftig angriff und unbekannte Autoren lobte, sorgte nach ihrem Erscheinen 1957 für heftige Diskussionen und großes Aufsehen. Für den Schauspieler Helmut Thiele war sie bereits im Gymnasium eine literarische Offenbarung: "Wie Deschner gegen Carossa, Hesse und Bergengruen polemisierte und als strahlende Gegenbeispiele Musil, Broch, Jahnn und Trakl anführte, das leuchtete mir so unmittelbar ein und hat einen prägenden Einfluss auf mich hinterlassen." Mit einem Streifzug durch das Buch des engagierten Autors, der Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland war und 1988 mit dem Arno-Schmidt-Preis ausgezeichnet wurde, stellt Helmut Thiele die literaturkritische Streitschrift vor.

Eintritt: frei

 
Mittwoch, 31. Mai 2017, 19.00 Uhr
Renaissancesaal Ledenhof, Am Ledenhof 3-5


GEHILFEN IHRER SELBST
Lesung mit Monika Rinck aus veröffentlichten und neuen Gedichten.


Monika Rinck, geb.1969, studierte Religionswissenschaft, Geschichte und vergleichende Literaturwissenschaft und lebt in Berlin. Zu ihren wichtigsten Gedichtbänden gehören: "Verzückte Distanzen" (2004), "zum fernbleiben der Umarmung" (2007), "Helle Verwirrung" (2009) sowie "Honigprotokolle" (kookbooks 2012), für die  Monika Rinck 2013 den Peter-Huchel-Preis erhielt.
Unter dem Namen "begriffsstudio" archiviert sie merkwürdige Wortbildungen im Internet (eine erste Auswahl ist in Buchform 2001 erschienen).
Moderation: Prof. Dr. Christoph König, Universität Osnabrück


Eine Veranstaltung im Rahmen des "Germanistischen Kolloquiums der Universität Osnabrück"

Eintritt: 6.- € / 4.- €, Studierende frei, Kartenreservierung unter Tel. 0541/ 202 7908

 
Montag, 19. Juni 2017, 19.00 Uhr
Altstädter Bücherstuben, Bierstraße 37, Osnabrück

Der lange Schlummer - eine literarische Zeitreise
Jan Decker stellt seinen Debütroman vor


Johann Gottfried Seume brach im Jahr 1801 zu einer Italienreise auf, die unter dem Titel "Spaziergang nach Syrakus" bekannt wurde. Das Werk wurde zu einem Reiseklassiker des
19. Jahrhunderts und erlebte zahlreiche Neuauflagen. In Jan Deckers Roman  "Der lange Schlummer" wird das literarische Vorbild aufgegriffen und konsequent weitergeführt. Seume wacht in der Gegenwart des Jahres 2013 auf. Er findet sich an einer Autobahnraststätte bei Gräfenroda im Thüringer Wald wieder. Sein letzter Spaziergang soll ihn, so Seumes erklärter Wille, heim nach Grimma führen, den Ausgangspunkt seiner historischen Fußreise. Dabei hat Seume nicht nur mit der Witterung und mit manchen mürrischen Zeitgenossen zu kämpfen, sondern er muss sich auch in einer ganz neuen Zeit zurechtfinden.
Jan Decker, Jahrgang 1977, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Nach und neben zahlreichen Theaterstücken, Hörspielen, Features, Essays und Kurzprosa veröffentlicht er nun seinen ersten Roman.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit den Altstädter Bücherstuben

Eintritt: 6.- € / 5.- €, Kartenvorverkauf bei den Altstädter Bücherstuben, Bierstr.37, Kartenreservierung unter Tel. 0541/ 26391 oder 0541/ 2052027

 
Dienstag, 20. Juni 2017, 18.30 Uhr
Renaissancesaal Ledenhof, Am Ledenhof 3-5

Poesie und Zivilisation
Spanisch-deutsche Lesung mit dem argentinischen Dichter Sergio Raimondi


Sergio Raimondi (geb. 1968) ist Teilnehmer des Internationalen Poesiefestivals Berlin 2017. Am 20. Juni ist er zu Gast im Literaturbüro Westniedersachsen und liest aus "Poesía civil".
Der Autor und Dozent für zeitgenössische Literatur an der Universidad Nacional del Sur in Bahía Blanca (Argentinien) war aktives Mitglied der Dichtergruppe Mateístas, die in den 1980er- und 1990er Jahren Gedichte an öffentliche Wände schrieb. Nach seinem literaturwissenschaftlichen Studium wurde er am Hafenmuseum in Ingeniero White tätig und arbeitete mehrere Jahre als Kulturpolitiker. Raimondi zählt zu den Erneuerern der argentinischen Lyrik. Sein Gedichtband "Poesía civil" (2001; dt. "Zivilpoesie", 2005) ist eine wichtige Referenz für eine lateinamerikanische Poesie, die wirtschaftliche, politische, gesellschaftliche und kulturelle Wirklichkeiten unter die Lupe nimmt und auf lokale wie globale Risiken absucht. In Raimondis epischen Versen finden Statistiken, Gesetzestexte und Verordnungen ebenso Eingang wie Evokationen von Industriekomplexen, Hafenanlagen  und Reste von Natur. So wird den historischen Ursprüngen dessen nachgegangen, was die Texte ganz gegenwärtig angeht. Außerdem verweisen Raimondis vielfach ausgezeichnete Gedichte auf die Werke anderer Autoren, etwa jene Bertolt Brechts.

Moderation: Rike Bolte, Universität Osnabrück

In Kooperation mit dem Institut für Romanistik der Universität Osnabrück, der Lateinamerikagruppe im A3W und dem Verlag Reinecke und Voss (Leipzig)

Foto Sergio Raimondi: Timo Berger

Eintritt: frei

 
29. Mai bis 10. Juni 2017
in der Stadtbibliothek und in den Stadtteilzentren

Echt genial!
11. Osnabrücker Buch- und Lesewochen für Kinder


Die grenzenlose Welt der Bücher und des Lesens ist "echt genial"!
Dies können die kleinen Leserinnen und Leser bei dem diesjährigen vom Literaturbüro Westniedersachsen in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek ausgerichteten Programm der "11. Osnabrücker Buch- und Lesewochen für Kinder" wieder von neuem erleben.
Ob eine Reise nach New York im Zeppelin, höchstpersönlich vorgestellt von dem beliebten Kinderbuchautor Stephan Martin Meyer oder die Mondlandung einer kleinen neugierigen Maus in Torben Kuhlmanns wunderbar illustriertem Buch "Armstrong" - in der Welt der Bücher sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
Doch bei dem bunten Programm werden die Kinder auch selbst aktiv, so bei "Experimenten" rund um den Bücherbus, bei einer selbst erarbeiteten Experimentier-Show im Stadtteilzentrum Ziegenbrink, auf den Spuren der genialen "Flugtechniken" von Pflanzen im Museum am Schölerberg oder beim Erarbeiten eines Werbetrailers für das Projekt im Haus der Jugend. Eine Lesung in sieben Sprachen entführt die kleinen Lesefans mit dem in vielen Ländern heiß geliebten "Regenbogenfisch" in die spannende Vielfalt der Kulturen.
Wichtiger Partner der "Osnabrücker Buch- und Lesewochen für Kinder" ist auch in diesem Jahr wieder der Fachbereich Jugend und Familie mit den Stadtteilzentren. So können die kleinen Bücherfans nicht nur in der Stadtbibliothek, sondern auch in den Stadtteilen bei vielfältigen Aktionen rund ums Buch entdecken, dass Lesen wirklich "echt genial!" ist.

Der Programmflyer ist in den Veranstaltungsorten zu erhalten.

 

  

Und noch ein Tipp:

Montag, 24. April 2017, 19.00 Uhr
Renaissancesaal Ledenhof Osnabrück, Am Ledenhof 3


Gutenberg-Biografie

Klaus Rüdiger Mai stellt seine Gutenberg-Biografie vor

In ihrer gemeinsamen Veranstaltung zum "Welttag des Buches 2017" stellt die Buchhandlung zur Heide zusammen mit den Altstädter Bücherstuben, der Dom Buchhandlung und der Buchhandlung Heinrich Eicholt eine Biografie über den Erfinder des Buchdrucks vor.
Mit seinen bahnbrechenden Neuerungen läutete Johannes Gutenberg das Zeitalter der Moderne ein.
Klaus-Rüdiger Mai, geboren 1963 in Staßfurt, ist promovierter Germanist. Nach Tätigkeiten als Regisseur, Dramaturg, Drehbuchautor und Filmproduzent hat er seit 2005 inzwischen
14 historische Sachbücher und Biographien verfasst sowie mehrere Romane.

Eintritt: 7.- €, Voranmeldung erbeten unter Tel. 0541/350880

 

 

Literaturbüro Westniedersachsen

Am Ledenhof 3 - 5
49074 Osnabrück
Tel.: 0541 / 2 86 92
Fax: 0541 / 3 23 - 43 33